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Österreich
10/30/2012

Bank Austria: Online-Banking stottert

Auch am Dienstag waren stundenlang Bankgeschäfte über das Internet schwer möglich.

von Robert Kleedorfer

Auch am Dienstag Vormittag kam es beim Online-Banking der Bank Austria nach einer umfassenden Umstellung sämtlicher Computersysteme weiterhin zu größeren Verzögerungen. Der Umstieg am vergangenen langen Wochenende auf eines der, so die Bank Austria "modernsten IT-Systeme Europas", wird für das Institut ausgerechnet vor dem Weltspartag zum Desaster. Denn laut Plan wäre das Online-Banking am Montag um 8 Uhr in der Früh wieder zur Verfügung gestanden. Doch am Nachmittag sei es zu "Stabilitätsproblemen" gekommen und das Internetbanking ging in Folge offline. Die Probleme setzten sich am Dienstag weiter fort.

Grund sind laut Sprecher Martin Halama die "extrem hohen Zugriffszahlen", die Kapazitäten seien trotz Erweiterung um 50 Prozent erschöpft. Das System selbst funktioniere. Wann das Internet-Banking wieder einwandfrei benutzbar ist, war vorerst unklar. "Wir haben das System Montag Abend rebootet, aber es stottert noch immer."

Betroffen sind rund 700.000 Kunden. All jene, die Aufträge gestern oder heute online abgewickelt und dabei keine Fehlermeldungen erhalten haben, können Halama zufolge von einer ordnungsgemäßen Durchführung ausgehen. "Zur Sicherheit kann man aber in der Auftragsliste schauen, ob es passt."

Wer dringend eine Überweisung durchführen muss, sollte eine Filiale aufsuchen. Bei Firmenkunden gebe es individuelle Lösungen. Prinzipiell habe die IT-Umstellung gut funktioniert - "mit Ausnahme des Online-Banking", sagt der Banksprecher. "Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten. Aber jedes IT-System hat eine Grenze der Belastbarkeit."

Großteils verständnisvoll

Die Bankkunden zeigen sich großteils wenig verständnisvoll. Die Hotline der BA ist laut Postings auf der Facebook-Seite der Bank total überlastet. Zudem hagelt es Kritik. "ja, bei Systemumstellungen kommt es zu Problemen, aber gerade Banken verzeihen ihren Kunden Fehler genausowenig, für alles verlangen diese hohe Gebühren, Spesen etc", meint etwa Katharina. "... einfach unglaublich dieses Versagen!", empört sich Sissi. "Meine vor der Umstellung erfassten und unterschriebenen Aufträge sind auch weg", ist Martin fassungslos. Und Irina meint: "5 Tage ohne Online-Banking finde ich frech. Die Bank verrechnet den Kunden für jeden Blödsinn Geld (und nicht zu wenig), aber wenn es um nicht erbrachte Leistungen geht müssen wir Kunden Verständnis haben." Kompensation für die Probleme wird es laut Halama aber nur dann geben, wenn ein Schaden entstanden ist, sonst nicht. Begründung: "Die Probleme sind nicht der Regelfall." Wie viel Geld die BA die Umstellung gekostet hat, konnte er nicht beziffern. Im UniCredit-Konzern hätten insgesamt 700 Mitarbeiter eineinhalb Jahre an der Umstellung gearbeitet. Mit der Umstellung vereinheitlicht der Konzern die gesamte IT aller Töchter.

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