Bank-Austria-Chef Robert Zadrazil: Wir haben kein Köpfe-Ziel, sondern ein Kosten-Ertrags-Ziel.

© REUTERS/HEINZ-PETER BADER

UniCredit-Tochter
08/04/2016

Bank Austria kämpft sich schlank: Weniger Filialen

Ohne Osteuropa in den roten Zahlen, aber die Kosten sinken spürbar.

von Christine Klafl

Noch kann die Bank Austria als Konzern für das Geschäft in Österreich und Osteuropa auftreten. Noch, denn die Bank muss ihre CEE-Division an die italienische Mutter UniCredit abgeben. Zu Zweifeln daran, dass diese Übergabe zumindest an den geplanten Fristen scheitern könnte, sagt Bank-Austria-Chef Robert Zadrazil: "Die komplexe Transaktion ist voll im Gange." Er gehe nach wie vor davon aus, dass sie bis Jahresende über die Bühne ist.

Mit der CEE-Division, zu der 13 Länder gehören, verliert die Bank Austria nicht nur veritable Einnahmen, sondern auch Eigenkapital, das sie sich zurechnen darf. Es ist daher davon auszugehen, dass die Mutter den Kapitalpolster der Österreich-Tochter auffüllen wird müssen. Offen ist, wie viel Kapital fließen wird. Mirko Bianchi, der Finanzchef der Bank Austria, sagt nur so viel: "Die Bank Austria wird extrem gut kapitalisiert sein." Zahlen will er keine nennen. Von der mit Kapital extrem gut ausgestatteten deutschen Schwester HypoVereinsbank (HVB) wird jedenfalls kein Geld nach Österreich kommen. "Das wird es nicht geben, das ist gar nicht zulässig", sagte HVB-Chef Theodor Weimer am Donnerstag.

Im Noch-Konzern Bank Austria sind die Kosten insgesamt rückläufig, in Österreich sind sie im ersten Halbjahr sogar um 6,1 Prozent gesunken. Im Verhältnis Kosten zu Erträgen ist aber noch etliches zu tun. Wären die Osteuropa-Banken bereits abgespalten, hätte die Bank Austria im Halbjahr einen Vorsteuerverlust von 36 Millionen Euro geschrieben.

Private mit Gewinn

Zadrazil ist dennoch optimistisch. Selbst das Geschäft mit den Privatkunden – das im Vorjahr gerüchteweise zum Verkauf stand – werfe mittlerweile Gewinne ab. Die rot-weiß-roten Besonderheiten: Für die geplante Übertragung von Mitarbeitern vom betrieblichen in das staatliche Pensionssystem legte die Bank im ersten Halbjahr 204 Millionen Euro beiseite. Die Belastungen aus österreichischer Bankenabgabe und aus Zahlungen in die EU-Sicherungssysteme stiegen um 52 Millionen Euro.

Zahl der Filialen schrumpft weiter

Was die Kundschaft merken wird: Die Zahl der Filialen wird weiter schrumpfen. Zur Jahresmitte waren es rund 150, Ende 2017 sollen es 124 sein. Dafür arbeiten mittlerweile 270 Mitarbeiter in der Online-Filiale. Der Stab an Immobilien- und Veranlagungs-Spezialisten wurde um jeweils hundert Mitarbeiter aufgestockt. Die Standorte für Freiberufler und Klein- und Mittelbetriebe wurden bzw. werden auf 54 verdoppelt. Ab November wird es Konsumfinanzierungen via Smartphone geben. Innerhalb kürzester Zeit können dann bis zu 15.000 Euro freigegeben werden.

Konzern Die Bank Austria (Österreich plus Osteuropa) steigerte den Konzerngewinn nach Steuern um 27,7 Prozent auf 626 Mio. Euro. Die Kernkapitalquote erhöhte sich von 11,1 auf 11,7 Prozent.

Österreich Die Mitarbeiterzahl sank um 309 auf 6739. Das Austrittsprogramm (mit bis zu viereinhalb Jahresgagen) läuft bis September. Dann wird geschaut, bei welchen Posten es machbar ist.

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