Wiener Neudorfer Unternehmen schlitterte in die Pleite.

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Insolvenz
06/08/2015

Bad Gastein: Hoteldorf Grüner Baum ist pleite

Das Hoteldorf hat sieben Mio. Euro Schulden, 39 Jobs wackeln. Der Fuhrpark umfasst einen Rolls Royce Baujahr 1936.

von Kid Möchel

Über das Vermögen der Hotel Grüner Baum GmbH & Co KG mit Sitz in Kötschachtal, Bad Gastein, wurde am Montag am Landesgericht Salzburg ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet. Das bestätigt Gerhard Weinhofer vom Gläubuigerschutzverband Creditreform dem KURIER. 39 Mitarbeiter sind von der Insolvenz betroffen. Sie haben weder die Löhne und Gehälter für April noch für Mai erhalten. Es geht dabei um rund 170.500 Euro. Indes wird den Gläubigern eine Quote von 20 Prozent binnen zwei Jahren angeboten. Das Unternehmen soll fortgeführt werden.

Die Insolvenzursachen

Die Unternehmensgeschichte reicht bis ins Jahr 1913 zurück, das gegenständliche Unternehmen wurde 1992 gegründet. Es betreibt ein Hoteldorf mit fünf Häusern und vier Restaurants und einen Schlepplift. Die Insolvenzursachen liegen in der allgemeinen Verschlechterung des Standortes Gastein als „Nobelstandort“, wodurch vor allem die Umsätze im Restaurantgeschäft zurückgingen. Außerdem ist der Betrieb mit Gästezimmern in fünf Häusern "äußerst kostenintensiv". Das betrifft laut Firmenangaben insbesondere die Landschaftspflege und die innerbetriebliche Logistik.

Betriebsgenehmigungen fehlen

Dazu kamen noch Fehlentscheidungen beim Kauf benachbarter Liegenschaften, die einerseits unnötig und andererseits "in einem verlustreichen Wiederverkauf mündeten". Detail am Rande: Lediglich das Haupthaus des Hoteldorfes verfügt über eine Betriebsgenehmigung, wird im im Insolvenzantrag eingestanden.

"Die schlechten Betriebsergebnisse und die wirtschaftlichen Fehlentscheidungen führten in erster Linie dazu, dass notwendige Investitionen nicht vorgenommen werden konnten", heißt es im Antrag weiter. "Die in den vergangenen zehn Jahren angelaufenen Kreditverbindlichkeiten bei der Hausbank wurden fällig gestellt." Gespräche mit Investoren scheiterten vor allem an den fehlenden Betriebsstättengenehmigungen.

Die Schulden

87 Gläubiger sind laut Erich Grausgruber vom KSV1870 von der Insolvenz betroffen. Das Unternehmen hat rund 6,34 Millionen Euro Verbindlichkeiten bei Banken, rund 329.000 Euro schuldet es seinen Lieferanten, und fast 124.000 Euro seinen Mitarbeitern. Der Rest enfällt auf Finanz und Krankenkasse.

Das Vermögen

Die Aktiva werden mit 1,398 Millionen Euro beziffert, davon entfallen 1,25 Millionen Euro auf Liegenschaften, die an zwei Banken verpfändet sind. Weitere 60.000 Euro entfallen auf die Hotel-Ausstattung, rund 48.600 Euro auf ein Bankguthaben und 31.500 Euro auf offene Forderungen. Das freie Vermögen beträgt lediglich 148.590 Euro. Im Falle einer Schließung und Verwertung des Unternehmens würden die Gläubiger nur 2,58 Prozent Quote erhalten.

Zwei Oldtimer

Zum "Inventar" gehören auch zwei VW-Busse, ein Audi A6, ein Landrobver sowie ein Gräf & Stift-Picknickwagen Baujahr 1928 sowie ein Rolls Royce Baujahr 1936.

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