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Wirtschaft
10/14/2021

Aus für Airbnb-Vermietung im Wiener Gemeindebau

Wohnungen im Wiener Gemeindebau werden binnen zehn Tagen von der Angebotsliste der Plattform gestrichen

von Simone Hoepke

Wer in Wien eine Gemeindebauwohnung über die Plattform Airbnb untervermietet, hat gestern unerwartete Post bekommen. Eine Mitteilung, dass Gemeindebauwohnungen von der Vermittlungsplattform genommen werden. Das kommt nicht ganz unerwartet. Hatte doch das Handelsgericht Wien im Mai in einem – noch nicht rechtskräftigen – Urteil erstinstanzlich entschieden, dass städtische Gemeindewohnungen nicht zur Vermietung durch die Plattform angeboten werden dürfen. „Wir nehmen den Wohnraumschutz in Wien ernst und machen das freiwillig, weil wir nicht einfach nur den Ausgang eines langwierigen Gerichtsverfahrens abwarten wollen“, sagt jetzt Ellen Madeker. Sie ist seit vergangenem Mai Politikchefin von Airbnb für Deutschland, Österreich, die Schweiz und den gesamten zentral- und osteuropäischen Raum.

Bei der Festlegung der Adressen für das aktuelle Rundschreiben stützt sich der US-Konzern auf eine Liste der Wiener Wohnen, also jener Stelle, die die 220.000 Gemeindewohnungen verwaltet. „Wer fälschlicherweise auf dieser Liste steht, etwa wegen eines Adressfehlers oder weil eine Untervermietung vertraglich gestattet ist, kann sich binnen zehn Tagen bei uns melden“, betont die Airbnb-Managerin.

Bis die Tourismuswirtschaft wieder auf Touren kommt, will der Konzern offenbar seine Imagewerte aufbessern. Unter anderem bei Nachbarn von Airbnb-Wohnungen, die oft von den ständig kommenden und gehenden Touristen im Haus genervt waren. Kritik, auf die der Konzern jetzt reagiert. Mit einer sogenannten „Nachbarschafts-Support-Line“ – auf gut deutsch: Einer Beschwerdestelle, die Airbnb eingerichtet hat.

Beschwerdestelle

Ob sich dort Nachbarn vor allem über Partylärm oder eher über Müll- oder Parkplatz-Probleme beschweren, könne sie noch nicht sagen, sagt Madeker: „Wir haben im deutschsprachigen Raum erst vor ein paar Wochen mit dieser Hotline gestartet, haben noch nicht genügend Erfahrungswerte.“ Wo der Mitarbeiter sitzt, der sich mit dem genervten Nachbarn auseinandersetzt, kommt übrigens ganz darauf an, zu welcher Zeit die Beschwerde erfolgt. Sprich, in welcher Zeitzone gerade Bürozeit ist. „In der Regel wird man innerhalb einer Stunde von einem deutschsprachigen Mitarbeiter aus dem globalen Support Team zurückgerufen.“

International gibt es diese Hotline bereits in 27 Ländern, zum Teil schon jahrelang. Airbnb hat laut eigenen Angaben bis Mai 2021 mehr als 2.700 Unterkünfte in Großbritannien, Spanien, Frankreich und den Niederlanden wegen Lärmbedenken gesperrt oder von der Plattform genommen.

Madeker ist zuversichtlich, dass der Tourismus in Österreich wieder anzieht: „Das PCR-Testangebot in Österreich hat Vorbildcharakter, weil sich auch Touristen schnell und unkompliziert testen lassen können. Das steigert das Vertrauen, bei Geschäftsreisenden wie Touristen.“ In Deutschland sind die Tests, wie berichtet, seit dieser Woche kostenpflichtig.

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