Thueringen/ ARCHIV: Bauarbeiter stehen in Erfurt auf einem Geruest an einem neuen Haus und verputzen die Fassade (Foto vom 22.10.10). Das Bauhauptgewerbe in Deutschland hat im August seinen Umsatz gegenueber dem Vorjahreszeitraum um 8,2 Prozent gesteigert. Die Betriebe des Hoch- und Tiefbaus setzten rund 8,6 Milliarden Euro um, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag (25.10.11) mitteilte. (zu dapd-Text) Foto: Jens-Ulrich Koch/dapd

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Kärnten
08/13/2013

"Auftragsbetrug" führte Verputz-Firma in die Pleite

Ausschreibung und Auftrag in der Slowakei sollen gefälscht gewesen sein.

von Kid Möchel

Der Insolvenz der Kärntner GW Putz Estrich Fassen GmbH (50 Mitarbeiter) mit Sitz in Obervellach gehört wohl zu den besonders pikanten Fällen. Laut Barbara Wiesler-Hofer vom KSV1870 muss der Bau-Nebengewerbler nicht nur durch die Alpine-Pleite rund 180.000 Euro Forderungen in den Wind schreiben. Laut Insolvenzantrag führten vor allem „fehlgegangene Zahlungen und hohen Vorlaufkosten“ bei einem „geplatzten“ Großauftrag in der Slowakei in die Pleite.

„Sieben Kärntner Unternehmen bemühten sich um ein Bauvorhaben mit einem Gesamtvolumen von mehr als 330 Millionen Euro in der slowakischen Stadt Levice“, heißt es im Insolvenzantrag. Die Finanzierung des Projektes sollte die Europäische Union übernehmen. Es ging es um die Revitalisierung von 8000 Wohneinheiten. Ausgeschrieben waren Estrich-, Vollwärmeschutz- und Installationsarbeiten. Zu diesem Zweck wurde laut Firma G die Arge Bau Levice gegründet.

„Nach bereits erfolgter Zahlung von hohen Gebühren stellte sich heraus, dass das gesamte Vertragswerk, Ausschreibungen und Gebührenbescheide unter Mitwirkung von Ministeriumsmitarbeitern gefälscht waren“, wird im Antrag behauptet. „Die Aufarbeitung dieser Vorgänge ist nun Teil strafrechtlicher Vorerhebungen.“ Allein die Obervellacher Verputzfirma G zahlte 251.400 Euro Gebühren in die Slowakei, die zum Teil mit Krediten finanziert wurden. Auch andere Arge-Partner mussten für die geforderten Gebühren Kredite in Höhe von 678.000 Euro aufnehmen, für die alle Arge-Partner solidarisch haften.

Insgesamt hat der Kärntner Betrieb laut eigenen Angaben 1,56 Millionen Schulden, aber nur knapp 700.000 Euro Vermögen. Das Unternehmen soll nun liquidiert werden.

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