Alu-Stangen zum Abtransport in Essen: seit Juni 2018 verlangen die USA Strafzölle

© APA/dpa/Guido Kirchner

Wirtschaft
04/04/2019

Österreich schlägt sich deutlich besser als Deutschland

Deutsche Wirtschaftsforscher gehen nur von 0,8 Prozent BIP-Plus aus. Die Prognosen für Österreich sind optimistischer.

Die führenden deutschen Wirtschaftsinstitute rufen das Ende des jahrelangen Konjunkturbooms in Deutschland aus.

Für 2019 stampften sie ihre Prognose für das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes auf 0,8 Prozent ein. Das ist eine herbe Revision: Noch im Herbst hatten sie mit 1,9 Prozent gerechnet.

Zum Vergleich: Für Österreich erwarten die heimischen Wirtschaftsforscher 2018 immerhin ein BIP-Plus von 1,7 Prozent (Wifo) bzw. 1,5 Prozent (IHS).

"Der langjährige Aufschwung der deutschen Wirtschaft ist zu Ende", sagt Oliver Holtemöller vom Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH). "Die Gefahr einer ausgeprägten Rezession halten wir jedoch bisher für gering."

Für 2020 sagen die Experten unverändert ein Wachstum von 1,8 Prozent voraus.

Risikofaktor harter Brexit

Kommt es zu einem ungeregelten EU-Austritt Großbritanniens dürfte das Wachstum sowohl in diesem als auch im kommenden Jahr allerdings "deutlich niedriger" als veranschlagt ausfallen.

Risiken sehen die Experten außerdem im noch ungelösten Handelsstreit zwischen den USA und China. National bremsten Fachkräftemangel, Lieferengpässe sowie Schwierigkeiten in der Autoindustrie die Konjunktur.

Pensionssystem langfristig bedroht

Auch die deutsche Wirtschaftspolitik schaffe Risiken: "Etwa indem sie die langfristige Stabilität der gesetzlichen Rentenversicherung durch erhebliche Leistungsausweitungen belastet, die aus dem Beitragsaufkommen nicht zu finanzieren sein werden", kritisieren die Institute.

Das lasse Steuererhöhungen erwarten, die Deutschland als Investitionsstandort weniger attraktiv machen.

Der Beschäftigungsaufbau dürfte sich zwar fortsetzen, aber an Fahrt verlieren. Die Zahl der Erwerbstätigen soll bis 2020 auf 45,5 Millionen steigen, was rund 700.000 mehr wären als 2018. Gleichzeitig soll die Zahl der Arbeitslosen auf 2,1 Millionen sinken.

Hohe Überschüsse

Trotz der trüberen Konjunktur rechnen die Experten mit anhaltend kräftigen Staatsüberschüssen. 2019 soll das Plus bei 41,8 und 2020 bei 35,6 Mrd. Euro liegen.

Die Gemeinschaftsdiagnose dient der deutschen Regierung als Basis für ihre eigenen Prognosen. Erarbeitet wird das Gutachten vom RWI in Essen, vom DIW in Berlin, vom Ifo-Institut in München, vom IfW in Kiel und vom IWH.

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