Die AUA muss Gas geben. Ob die Piloten mitziehen – oder in Richtung Emirates abziehen – ist die Frage.

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Bilanz 2014
03/12/2015

AUA hält sich im Plus

Der Sparkurs zeigt Wirkung, das zweite Jahr in Folge schrieb die AUA Gewinn. Embraer ersetzen Fokker-Flotte.

Die Austrian Airlines haben 2014 operativ mit 10 Millionen Euro knapp aber doch wieder einen Gewinn eingeflogen. Jaan Albrecht, Chef der Lufthansa-Tochter, sieht die Airline "auf gutem Kurs", der Sparkurs zeige Erfolg. 2013 hatte es einen operativen Gewinn von 25 Millionen Euro gegeben. Davor hatte die AUA zuletzt 2007 schwarze Zahlen ausgewiesen.

Neuer KV

Einmaleffekte durch Rückstellungen für die Sonderabfertigungen bei der Einführung eines neuen Kollektivvertrages für das fliegende Personal haben 2014 ein besseres Ergebnis als im Jahr davor verhindert, teilte die Lufthansa-Tochter am Donnerstag mit. Einen genauen Betrag für die Abfertigungen gab die AUA allerdings nicht bekannt.

Am 31. März sollen die rund 3000 Piloten und Flugbegleiter in den neuen AUA-Konzern-Kollektivvertrag wechseln. "Mit dem so erreichten neuen Kollektivvertrag hat Austrian Airlines einen wichtigen Meilenstein in der Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens erreicht", teilte die AUA mit. Die AUA fliegt für die Swiss, Brussels Airlines und Lufthansa, ab Winter 2015 auch für die Billigschiene Eurowings.

Die operativen Aufwendungen fielen 2014 im Vergleich zu 2013 um 19 Millionen Euro oder knapp ein Prozent, von 2,173 auf 2,154 Milliarden Euro. Die operativen Erlöse sanken zugleich um 1,5 Prozent von 2,2 auf 2,16 Milliarden Euro. Gründe dafür waren insbesondere ein gesunkener Durchschnittsertrag und die Angebotsreduktion wegen den Krisen in der Ukraine, Russland und dem Nahen Osten.

Für 2015 erwartet Albrecht "eine weitere spürbare Steigerung des operativen Ergebnisses". Die AUA setzt heuer auf den Ausbau der Langstrecke und auf touristische Destinationen (mehr dazu hier). Der Personalstand soll leicht steigen, die AUA sucht rund 100 Piloten, Flugbegleiter und Stationsmitarbeiter, vor allem um Miami anfliegen zu können und um für Eurowings Flüge zu übernehmen. Ende 2014 hatte der Carrier 6067 Mitarbeiter (2013: 6208 Mitarbeiter).

Embraer ersetzen Fokker

Der kleine Gewinn im Vorjahr ermöglicht den Ersatz der im Schnitt 21 Jahre alten 21 Fokker-Maschinen. An ihre Stelle kommen 17 gebrauchte Embraer aus dem Konzern. Die Embraer sei ein modernes Flugzeug, eine "hübsche, attraktive brasilianische Lady", sagte Albrecht. Die im Schnitt vier Jahre alten Flieger kommen von der Lufthansa-Tochter Cityline. Sie habe 120 Sitze, während die Fokker 80 bis 100 Sitze haben.

Großer Vorteil für die AUA: Die ersten neuen Flugzeuge können schon heuer in Betrieb genommen werden, bis 2017 soll der Austausch abgeschlossen sein. Hätte man wie ursprünglich erwogen neue Bombardier gekauft, hätte man zwei bis drei Jahre auf die ersten Auslieferungen warten müssen.

Lufthansa lahmt

Die AUA-Mutter Lufthansa verliert in ihrem deutschen Passagiergeschäft an Boden. Der operative Gewinn der Sparte Lufthansa Passage, die vor allem das Geschäft der Kranich-Fluglinie und der Billigtochter Germanwings umfasst, ist 2014 trotz niedrigerer Treibstoffkosten gegenüber dem Vorjahr von 282 auf 252 Millionen Euro gesunken.

Der Konzern strich den Aktionären bereits vor drei Wochen die Dividende für 2014. Grund waren tiefrote Jahreszahlen: Unter anderem wegen Fehlkalkulationen bei Absicherungsgeschäften für Kerosin stand nach deutscher Rechnungslegung (HGB) unter dem Strich ein Verlust von 732 Millionen Euro.

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