AUSTRIAN AIRLINES AG ?JAHRESERGEBNIS 2019?: HOENSBROECH

AUA-Chef Alexis von Hoensbroech

© APA/HANS PUNZ / HANS PUNZ

Wirtschaft
03/19/2020

AUA-Chef: "Haben eine gut gefüllte Kriegskasse"

Alexis von Hoensbroech erklärt, warum die AUA die Krise überstehen werde. Zehntausende Österreicher werden derzeit zurück geholt.

von Andrea Hodoschek

Entschlossenheit und Zuversicht demonstrierte AUA-Chef Alexis von Hoensbroech bei einer Video-Pressekonferenz am Donnerstag: „Wir haben eine gut gefüllte Kriegskasse. Es ist nicht so, dass uns morgen das Licht ausgeht. Wir können eine gewisse Zeit überstehen“. Österreich werde die AUA wieder „als Fluggesellschaft bekommen und nicht als Stehgesellschaft“.

Warum ausgerechnet die AUA unter den Tausenden weltweiten Airlines die Corona-Krise überleben werde, erklärte Hoensbroech nicht nur mit der gut gefüllten Kasse, die es ermögliche, „zumindest länger durchzuhalten Andere“.

Der Großteil der knapp 100 Flugzeuge stehe zudem im Eigentum der AUA, sodass keine Leasingraten anfallen würden, wenn die Maschinen stehen. Dazu komme das hohe Interesse nicht nur von den Mitarbeitern, sondern  von allen beteiligten Stellen und auch der Politik, dass das Unternehmen weiter bestehe. Die AUA fahre derzeit die Kosten drastisch hinunter und habe alle Investitionen gestoppt.

Staatshilfe

Apropos Politik: Staatshilfen, wie vom Mutterkonzern Lufthansa in Deutschland schon eingefordert, seien derzeit für die AUA - noch - kein Thema. Kurzarbeit, die von der AUA als erstes Unternehmen in Österreich bereits beantragt wurde, ist für Hoensbroech „auch eine Form der Staatshilfe“. Weitere Unterstützung darüber hinaus „hängt von der Dauer der Krise ab. Wir werden alles tun, um dieses Unternehmen durch diese Krise  zu bringen und dann wieder zu starten“.

Eine Rückverstaatlichung kann sich Hoensbroech nicht vorstellen.  Vor dem Verkauf (samt 500-Millionen-Euro-Geschenk)  war die AUA im Eigentum der Republik Österreich.

Auch mit möglichen Zuschüssen der Mutter Lufthansa beschäftige man sich derzeit  nicht. 


Rückholflüge

Die AUA hat den regulären Flugbetrieb wie berichtet komplett herunter gefahren.  Es werden nur noch Rückholflüge in Zusammenarbeit mit dem Außenministerium durchgeführt. In der „größten Rückholaktion in der Geschichte der Zweiten Republik“ sollen mehrere zehntausend Österreicher aus dem Ausland heimgeflogen werden.

Die AUA werde alles tun, was in ihrer Kraft stehe, versichert Hoensbroech. Man sei die nationale Fluggesellschaft Österreichs und die einzige heimische Airline, die Langstreckenflüge durchführt.
Die Rückholflüge werden dem Außenministerium zu Selbstkosten verrechnet und würden sich über die nächsten Wochen erstrecken.

Ein Rückholflug innerhalb Europas kostet lautet Hoensbroech ungefähr einen niedrigen fünfstelligen Betrag, ein Langstreckenflug hingegen mehr als 100.000 Euro. Größter Kostenfaktor sei das Kerosin, der Ölpreisverfall der vergangenen Wochen kommt hier zu gute. Durchgeführt werden die Flüge im Auftrag und auf Kosten der Bundesregierung. Hoensbroech bedankte sich bei den Crews für ihre freiwilligen Einsätze bei der Rückholaktion.

Der Großteil der knapp 7000 Mitarbeiter wird die nächsten Wochen zu Hause verbringen. Die Airline hat alle Beschäftigten zur Kurzarbeit angemeldet. Der Vorstand werde natürlich auf seine Boni verzichten und auf einen Prozentsatz des Grundgehalts, kolportiert werden 20 Prozent.

 

FLUGZEUGE DER AUSTRIAN AIRLINES AG

 

Grounding

Wichtig sei, dass nun alle Mitarbeiter und Flugzeuge in Österreich seien, betonte Hoensbroech. Man habe sich ganz bewusst entscheiden, das System kontrolliert innerhalb von drei Tagen herunterzufahren.

 Wenn die Flugzeuge am Boden stehen, „heißt das  nicht, dass das Unternehmen stillsteht. Man kann die Flugzeuge nicht einfach in die Garage stellen“.

Bis zu 48 Stunden können Flugzeuge stehen, danach sind Maintenance-Arbeiten notwendig. Wie beispielsweise das Ablassen von Wasser, die Kontrolle von Fahrwerken und Bremsen, Überprüfen der Turbinen und Software-Updates.

Nach sechs Monaten seien Gespräche mit den Herstellern über Testflüge erforderlich.  
BuchungslageKurzfristig sind der AUA fast alle Buchungen eingebrochen. Doch es gebe mittel- bis langfristige Buchungen, „viele Menschen gehen davon aus, dass im Sommer wieder Normalität herrscht“, berichtet Hoensbroech.

Er rechnet damit, dass der Flugbetrieb eher schrittweise wieder hochgefahren werden kann und nicht  gleichzeitig in allen Ländern. Sollte die AUA bereits im Mai wieder fliegen können, rechnet Hoensbroech mit vielen Buchungen für die sommerliche Reisesaison im Juli und August, „dann müssen wir den Flugbetrieb schnell wieder hochfahren“.

Kann die Airline erst im Sommer wieder fliegen, „ist die Hauptreisezeit vorbei und wir müssen langsamer starten“.

Umbuchen

Alle Passagiere, die vom vorläufig bis Ende März verhängten Flugstopp betroffen sind, können ihre Tickets umbuchen, auch wenn sie nicht entsprechende Ticket-Kategorien gebucht haben, verspricht Hoensbroech.  

 

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