AUA-Aufsichtsrat: "Keine Wunder erwarten"

Lufthansa-Manager und AUA-Aufsichtsratschef Stefan Lauer gibt der Airline noch Zeit für die Sanierung.
Foto: ap

Die AUA verfehlt ihr Ziel, heuer in die schwarzen Zahlen zu fliegen. Im Herbst hat die Airline einen neuen Chef.

Mit dem größten Passagierflugzeug der Welt - einem Airbus A380 - reiste der Lufthansa-Vorstand und AUA-Aufsichtsratschef Stefan Lauer am Montag von Frankfurt nach Wien. Trotz des feierlichen Anlasses, besagtes Flugzeug wurde am Airport Schwechat auf den Namen "Wien" getauft, hatte Lauer unerfreuliche Neuigkeiten im Gepäck.

Die Lufthansa-Tochter AUA, bereits im Halbjahr in den roten Zahlen (minus 63 Millionen Euro), werde heuer zwar ein besseres Ergebnis als im Vorjahr einfliegen, sagte Lauer. "Aber wir werden die gesteckten Ziele nicht erreichen." Die AUA wird also auch heuer ein negatives operatives Ergebnis einfliegen. Belastet hätten bisher vor allem die Beben-Katastrophe in Japan und die Unruhen in Nordafrika. Die derzeitige Nervosität an den Finanzmärkten generiere weitere Unsicherheiten. "Für die gesamte Airline-Branche ist heuer ein schwieriges Jahr."

Personal

Lauer bleibt realistisch: "Wir dürfen uns keine Wunder erwarten." Nur einen Hebel umzulegen, und alles passe wieder - so leicht gehe eine Sanierung nicht über die Bühne. Auf der Kostenseite sei man zwar noch nicht am Ende angekommen, "mit drastischen Personaleinschnitten rechne ich aber nicht", sagte Lauer. Seit 2008 wurde die AUA-Belegschaft um ein Viertel gekürzt.

Der Weg, den die AUA eingeschlagen habe, stimme jedenfalls. Der Airliner ist sicher, dass es der Lufthansa-Tochter gelingt, "in angemessener Zeit wieder ordentliche Renditen zu erwirtschaften". Bewerkstelligen soll dies ein neuer Vorstandsvorsitzender. Ein "Mann aus der ersten Liga" werde es sein, so Lauer. Präsentiert wird er noch im Herbst. Der designierte AUA-Boss Thierry Antinori war bekanntlich Ende März, drei Tage bevor er das Ruder übernehmen sollte, überraschend wieder abgesprungen.

AUA-Vorstand Andreas Bierwirth streute der Mutter Rosen: Ohne Lufthansa hätte Wien als Drehscheibe heute nicht mehr die Bedeutung wie vor zwei, drei Jahren. In dem Zusammenhang plädierte Lauer in Richtung Flughafen-Management - und vor allem Richtung Politik - für den Bau einer dritten Piste. Die würde dem Flughafen als Drehscheibe "eine neue Perspektive geben".

Taufe

Lufthansa-Manager und AUA-Aufsichtsratschef Stefan Lauer gibt der Airline noch Zeit für die Sanierung. Foto: ap Lufthansa-Manager und AUA-Aufsichtsratschef Stefan Lauer gibt der Airline noch Zeit für die Sanierung.

An Wien als Drehscheibe halte die Lufthansa jedenfalls fest. Dies zeigte auch die Taufe des siebenten A380 der Lufthansa-Flotte auf den Namen "Wien". Als Taufpate fungierte Bürgermeister Michael Häupl.

Die "Heimat" Wien dürfte der Riesenvogel (Fassungsvermögen von 526 Passagieren) aber nicht so bald wiedersehen. Die gestrige Landung war nur als Sonderflug möglich. Die Dimensionen des A380 (Länge: 73m, Höhe: 24m, Spannweite: 80m) sind zu groß für Schwechat: Die Piste ist zu schmal - dieses Manko soll aber durch Sanierungsarbeiten in zwei Jahren ausgebügelt werden. Darüber hinaus gibt es am Terminal keine Andock-Stationen für dieses Flugzeug. Auch der neue Skylink würde keine Abhilfe schaffen.

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(kurier) Erstellt am
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