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Sendereihe
08/24/2014

Wir waren mal Helden

ServusTV zeigt neue Folgen der "Austro Pop Legenden": Produzent Rudi Dolezal über eine legendäre Ära.

von Philipp Wilhelmer

Ab 4. September bringt Servus TV jeden Donnerstag um 20.15 Uhr neue Folgen Ihrer Serie "Austro Pop Legenden". Sie haben Höhen und Tiefen mit der Kamera begleitet. Welche Bedeutung hat denn der Austropop im Jahr 2014?Rudi Dolezal:

Rudi Dolezal: Ich glaube, dass der Austropop nach wie vor höchst interessant ist. Ob bei jedem Künstler 2014 wirklich die Schaffensperiode ist, wo man sagt: "Im gesamten gesehen ist das wirklich die stärkste", das ist natürlich zu bezweifeln. Meine Sendungen versuchen, die gesamte Karriere zu überspannen. Durchaus auch mit Augenzwinkern. Das würde ich auch jedem Künstler raten. Die Bestandsaufnahme 2014 ist: EAV ist wieder on tour, Ambros gibt wieder Konzerte, Fendrich sehr erfolgreich, die "Wilden" (Minisex, Anm.) sind wieder in und Peter Cornelius hat ein interessantes neues Album gemacht ...

... Falco ist jüngst bei Rapper Nazar wieder auferstanden.

Falco wird immer wieder auferstehen. Er hat sich ja auch zu Lebzeiten sehr wohl als Austropop gesehen. Und er war trotzdem immer einer derjenigen, die über den Tellerrand des deutschsprachigen Raumes hinausblicken wollten.

Ist der Zeitpunkt für die Aufarbeitung der goldenen Jahre jetzt der richtige, weil die Pop- und Kulturbetrachtung in einer gewissen Retroschleife ist? Viele Künstler werden von Jüngeren via YouTube neu entdeckt.

ServusTV hat zu einer Zeit, wo es überhaupt nicht hip war, gesagt: "Machen wir etwas." Und es war eine der meistgesehenen Sendungen auf ServusTV ever. Nur der Stratosphärensprung von Felix Baumgartner hatte mehr Seher. Ich wollte ursprünglich eine Doku über Ludwig Hirsch machen. Es gab kein einziges TV-Porträt über ihn. Als ich das vorgeschlagen habe, kam die Idee, gleich mehrere Folgen zu machen.

Warum schafft es der Austropop seit den 80er-Jahren nicht mehr, prägend zu sein?

Alles kommt ins Alter. Das ist für mich nichts Negatives, solange man brennt. Kein Mensch sagt im Jazz: Der ist alt. Ich behaupte ja, Helmut Qualtinger war der erste Austropopper: Er hat den Tabubruch gewagt, im Dialekt zu singen. Im klassischen engeren Sinne spricht man von der "Glock’n" von Marianne Mendt und vom "Da Hofa" von Ambros als Startschuss. Das war in den 70ern. Dann haben sich das damals neu gegründete Ö3 und Ambros gegenseitig aufgeschaukelt: Ö3 hat Ambros populär gemacht, er hat dem Sender eine Identität verliehen

Was können Ihre Seher unter dem Label Austropop erwarten?

Es gibt die klassische Definition: Die Größen, die in den 70er- und 80er-Jahren in Österreich Spuren hinterlassen haben, wie Ambros, Fendrich oder Danzer. Ich persönlich habe immer eine etwas weitergesteckte Definition spannender gefunden und bisweilen auch Joe Zawinul oder Kruder & Dorfmeister dazugezählt. Von vielen Künstlern ist der Begriff nicht mehr gewollt. Andererseits regt sich in England niemand über den Begriff "Britpop" auf.

Wie geht es weiter?

Nächstes Frühjahr mit Willi Resetarits, STS und die, die man nicht vergessen sollte. Auch Christina Stürmer wäre "Austropop".

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