25 Jahre danach muss sich Lena O. also mit einem "Blackout" herumschlagen. Beruflich und privat. Die Ermittlerin kämpft mit Schwindel und Schlaflosigkeit.

© ORF/Alexander Kluge

Tatort
10/26/2014

Odenthal, die einsame Wölfin

Ihr 60. Fall nach 25 Dienstjahren bringt Lena Odenthal an ihre Grenzen.

von Anna Gasteiger

Lena Odenthal ist fertig. Sie hat Schlafstörungen, leidet unter Schwindelanfällen – und klagt dem Barkeeper nach vielen Gin Tonic frühmorgens ihr Leid: "Meine größte Angst ist, dass ich eines Tages allein zu Hause sterbe und mich niemand findet, weil mich niemand vermisst. Und dass mein Katze nach ein paar Tagen, wenn das Katzenfutter aufgebraucht ist, anfängt, mich aufzuessen."

Lena Odenthal steckt in der Krise. Kein Wunder, nach 25 Jahren und 59 Fällen. Der 60. wird heute um 20.15 Uhr in ORF2 ausgestrahlt und heißt – passend – "Blackout". Als "Die Neue" betrat sie am 29. Oktober 1989 die "Tatort"-Bühne. "Lambada" von Kaoma war damals Nummer eins der deutschen Charts und die Berliner Mauer stand noch. Seitdem erlebte Lena O., wie Darstellerin Ulrike Folkerts sie nennt, Höhen und Tiefen. Die Höhen: Filme wie "Der kalte Tod" (1996) und "Sterben für die Erben" (2007), persönliche Lieblingsfälle von Ulrike Folkerts.

Eine kurze Einführung in die Jubiläumsfolge

Frühpension

Zwischenzeitlich dachte sie aber auch darüber nach, die pfälzische TV-Ermittlerin in Frühpension zu schicken. "Das war ein Moment, als ich dachte, die Bücher werden so mittelmäßig und die Figuren werden nicht weiterentwickelt. Ich hatte das Gefühl, die Autoren schreiben die Bücher so, wenn der Sender sie nicht nimmt, kann man sie auch nach Berlin, Saarbrücken oder Hamburg verkaufen." Sie forderte mehr Sorgfalt ein, reduzierte von drei auf zwei "Tatorte" im Jahr und bekam wieder Lust.

Auch durch den neuen Schwung, den Lisa Bitter ins Team brachte. Die 30-Jährige spielt die neue Kollegin Johanna Stern. Eine Profilerin, jung, dynamisch, verheiratet und Mama von kleinen Zwillingen. Das genaue Gegenteil von Lena Odenthal, dem "weiblichen Schimanski", "sperrig, sportlich, eine einsame Wölfin", wie Folkerts es ausdrückt. Die beiden Frauen geraten erst einmal aneinander. Die eine ist sich sehr sicher, die andere sehr unsicher.

Als Lena die zweite Leiche in einer Nacht begutachten muss, geht ihr die Luft aus. Die Neue dagegen taucht frisch und ausgeschlafen am zweiten Tatort auf: "Das ist für mich wie Weihnachten und Geburtstag zusammen." Warum denn die Odenthal so schlecht drauf ist? Erklärt der Gerichtsmediziner: "Die hatte heute schon Weihnachten und Geburtstag." Wölfin stößt auf Trampel, so der erste Eindruck; man wird sehen, wie sich der Generationenkonflikt weiter entwickelt.

Wie viele Dienstjahre gibt Folkerts ihrer Kommissarin, der längstdienenden in der "Tatort"-Welt, noch?

"Man soll ja immer aufhören, wenn es am schönsten ist. Aber ich habe mich da noch nicht festlegen lassen."

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