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Wirtschaft atmedia
12/06/2012

Paid Content-Umsatz an Medien-Erlösen bleibt minimal

de, at, chWelche Hiobsbotschaft fällt in diesen Tagen eigentlich noch auf? Als Draufgabe zu den Ratlosigkeit verursachenden, aktuellen Entwicklungen in der Medien-Industrie liefert mediareports prognos noch die Einschätzung, dass Paid Content "bis 2016 die Werbemarkt-Verluste von Zeitungen nicht kompensieren kann" und das bei weiter sinkenden Werbeerlösen.

Das Marktforschungsunternehmen konstatiert, dass Zeitungsverlage ihre Paid Content-Anstrengungen intensivieren und kostenpflichtige PDF-Editionen ihrer Medien, E-Zeitungen für Tablets und Smartphones sowie Bezahl- und Abo-Modelle zur Nutzung ihrer Newsportale einführen. Allerdings führt die Angst vor Reichweiten-Einbrüchen nach Bezahlpflicht-Einführung und daraus folgenden Vermarktungsverlusten in die Unentschlossenheit und zu halbherzigen Umsetzungen.

mediareports prognos beziffert nun den in das Jahr 2016 projezierten Paid-Content-Anteil an den Verlagsumsätzen in Deutschland auf acht, in Österreich auf sieben und in der Schweiz auf elf Prozent.

90 Prozent dieses Umsatzanteils der Verlage entfällt auf Erlöse, die mit Zeitungsadaptionen für Tablet-PCs gemacht werden.

Der sogenannten E-Zeitung wird ein Kannibalisierungseffekt zugeordnet. Sie generiere im Lesermarkt einen Substituierungseffekt, der die Auflagen von Tageszeitungen weiter erodiere, heißt es dazu.

Weiteres Ungemach drohe den Zeitungen aus der Nutzungsmigration von Print über Online zu Mobile. Das Wachstum des Zeitungs- und Newsportal-Traffic der über mobile Endgeräte generiert werden kann, hätte, laut mediareports prognos, nachteilige Wirkung auf den Anzeigen-Wert. Die Veränderung der Insertionen in mobilen oder digitalen Editionen von Zeitungen aufgrund von Ausgabe-Gerät-Spezifikationen oder der digitalen Darstellung beeinträchtige die Werbewirkung platzierter Insertionen. Diese verschlechterte Kommunikationsleistung werde von Werbungtreibenden künftig nicht mehr bezahlt.

mediareports prognos sieht fast schon unverhohlen schwarz. "Die digitalen Erfolge ändern nichts daran, dass die Gesamtumsätze der Zeitungen 2016 niedriger liegen werden als 2011", lautet der Ausblick, der sich aus dem angeommenen Weitersinken der Werbeeinnahmen nährt.

An Schärfe gewinnt die zukünftige Zeitungssituation durch "strukturelle Defizite im Leser- und Werbemarkt", die, forciert durch die "unvermindert wachsende digitale Informationsverbreitung und -rezeption irreversibel die Oberhand gewinnen". Wie es dann weitergeht, liegt ebenso auf der Hand: Qualitätsstandards erodieren, da den Zeitungsverlagen immer mehr Ressourcen abhanden kommen und verfügbare Spar-Potenziale dahin schmelzen.

mediareport prognos diagnostiziert steigenden Rationalisierungsdruck für Zeitungsverlage, dem nur durch Erschließung neuer Geschäftsfelder begegnet werden kann. Beispielsweise regionale Stärken in Location Based Service, die auf Smartphones vertrieben werden, umzumünzen. Ein anderer, in Betracht zu ziehender Rettungsweg für die Verlage sind Fusionen und Zusammenschlüsse, die wiederum von kartellrechtlichen Rahmenbedingungen abhängen.

Zeitungen 2016 - Hoffen auf Paid Content und Locations Based Service - mediareports prognos
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