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Ö1-Senderchef
09/03/2014

ORF-Hörfunk-Direktor Karl Amon: "Kämpfen um bestmögliche Lösung"

Das ORF-Kulturradio könnte schon im Herbst einen Channel-Manager bekommen. Hörfunk-Direktor Amon tritt weiter für Peter Klein ein.

von Christoph Silber

Ö1 könnte noch im Herbst organisatorisch neu aufgestellt werden und einen echten Sender-Verantwortlichen bekommen, erklärte ORF-Hörfunk-Direktor Karl Amon am Dienstag bei der Programm-Pressekonferenz des Radiokulturhauses. Erst jüngst hatte ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz im KURIER für die Einführung eines Channel-Managements analog zu Ö3 und FM4 auch beim ORF-Kultursender plädiert.

Bislang gibt es bei Ö1 nur einen Koordinator, für den es im Frühjahr eine Ausschreibung gegeben hatte. Die anstehende Neubesetzung hat aber offenbar zu Meinungsverschiedenheiten zwischen Radio- und Generaldirektor geführt. "Mein Ö1-Chef sitzt da hinten", verwies dazu Amon auf den beim Pressegespräch als Zuhörer anwesenden Ö1-Feature-Chef Peter Klein, den er nach einem Hearing im Frühjahr vorgeschlagen hatte. Dem wollte Wrabetz bislang allerdings nicht folgen, nachdem sich die Ö1-Redakteure mehrheitlich für die Administrationschefin Ulrike Wüstenhagen ausgesprochen hatten. "Wir kämpfen gemeinsam um die bestmögliche Lösung", sagte Amon.

Nachbesetzungen

Von dieser Entscheidung hängen auch noch weitere Ö1-Personalia ab, wie die seit dem Abgang von Christiane Goller im Sommer vakante Position der "Leitung Aktuelle Kultur". Diese sollen laut Amon nämlich gemeinsam mit dem neuen Ö1-Senderchef entschieden werden.

Ein auch den Stiftungsrat beschäftigendes Thema ist das Radio-Budget. Hier hat der Direktor die Sparvorgaben vorerst nicht erfüllt. Er trage seit über 30 Jahren Budget-Verantwortung und es sei ihm immer noch gelungen, solche Probleme zur Zufriedenheit des Publikums und auch des Unternehmens zu lösen, erklärte Amon.

Positives konnte Amon von der finanziellen Situation des Radio-Symphonieorchesters (RSO) vermelden: "Das RSO hat durch wirklich bemerkenswerte Eigenleistungen zur Sanierung beigetragen." Die Musiker hätten dafür auf Zusatzleistungen zum Gehalt verzichtet. Im Herbst soll die Position des RSO-Geschäftsführers ausgeschrieben werden. Der noch bis 2016 laufende Vertrag mit dem musikalischen Leiter, Cornelius Meister, soll vorzeitig um zwei Jahre verlängert werden.

Amon betonte, dass auch nach der Konzentration der ORF-Standorte auf dem Küniglberg "das Funkhaus ein Kulturstandort des ORF bleibt." Das sei immer klar gewesen. Auch das angedachte ORF-Stadtstudio könnte hier Platz finden, so Amon.

Verärgert auf die Aussagen Amons zur "höchst strittigen" Ö1-Neuorganisation reagierte ORF-Zentralbetriebsratschef Gerhard Moser. Er kritisierte, dass mit der Belegschaftsvertretung noch keine Gespräche geführt worden seien. "Das ist alles andere als eine seriöse Vorgangsweise, die nur dazu führt, dass die Ausgangslage für etwaige Verhandlungen alles andere als eine positive ist."

Von der Hörbiger-Dynastie bis zum Blues-Festival

RadioKulturhaus-Chef Thomas Wohinz kann heuer mit über 330 Veranstaltungen aufwarten. Er setzt dabei auf österreichische Künstler, Festivals sowie bekannte und neue Reihen. Etwa "Kunst der Demokratie": Hier wird Anwalt Alfred Noll zum Auftakt am 28. 10. Autorin Vea Kaiser sowie später Robert Menasse, Illija Trojanow und KURIER-Kolumnistin Doris Knecht zur Politik befragen. In den "VMG Label Nights" (Start: 10. 9.) präsentieren heimische Labels ihre CD-Produktionen.

Ab 1. 10. begeht man "90 Jahre Radio" mit einer Ausstellung mit Werken von Rudi Klein, Mahler, Stefanie Sargnagel und Much. 2015 sind das Vienna International Sax Fest wie auch der Vienna Blues Spring zu Gast. Ein anderes Highlight gibt es bereits am 6. und 7. 9.: In "Die Hörbigers" sprechen Mitglieder der Schauspielerdynastie über Familie und Arbeit.

Viel vom Programm wird gekürzt auf Ö 1 gesendet und soll 2015 auf einer Radiothek abrufbar sein.

radiokulturhaus.orf.at

Jonas Divjak

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