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Medienumschwung
10/18/2012

"Newsweek" stellt Printausgabe ein

Medienumschwung: Das renommierte US-Magazin "Newsweek" stellt ihre Printausgabe ein und will nur noch online publizieren. "Welt"-Online ist bald kostenpflichtig.

Das traditionsreiche US-Magazin Newsweek stellt seine Printausgabe ein und erscheint ab dem kommenden Jahr nur mehr online. Am 31. Dezember 2012 wird die letzte gedruckte Ausgabe des bisherigen Magazins erscheinen, wie die Nachrichtenwebsite Daily Beast, die zu Newsweek gehört, am Donnerstag berichtete. Die neue Online-Ausgabe wird den Namen Newsweek Global tragen. Weltweit wird es nur mehr eine Ausgabe geben.

Das neue E-Paper soll für Abonnenten - sowohl für mobile Anwendungen als auch im Internet - abrufbar sein. Ein Teil des Inhaltes soll auch auf Daily Beast verfügbar sein. "Wir verändern Newsweek, verabschieden uns aber nicht davon", sagte Chefredakteurin Tina Brown und Geschäftsführer Baba Shetty. Dem Stil des Magazins bleibe man weiterhin treu, so Brown. Die Entscheidung, das 80 Jahre alte Traditionsmagazin in gedruckter Form einzustellen, sei aus ökonomischen Gründen und aufgrund der Herausforderungen bei Druck und Vertrieb gefallen.

Bereits im Sommer hatte es Gerüchte über eine vollständige Verlagerung auf digitale Erscheinungsweise gegeben, damals hatte Brown die Darstellung noch abgeschwächt. Die traditionsreiche Zeitschrift wurde Anfang 2011 mit Barry Dillers Internet-Publikation The Daily Beast zusammengelegt. Newsweek war zuvor von der Werbeflaute in der Wirtschaftskrise schwer erwischt worden - und die Anzeigen blieben auch aus, als es mit der Konjunktur wieder aufwärtsging. Als auch die Auflage kontinuierlich sank, zog der damalige langjährige Eigentümer "Washington Post" die Reißleine. Im August 2010 wurde Newsweek verkauft - an den 92 Jahre alten Unterhaltungselektronik-Unternehmer Sidney Harman, und zwar zum symbolischen Preis von einem Dollar, dieser fusionierte den Titel mit Dillers Website zur neuen Newsweek Daily Beast Company.

"Welt"-Online wird kostenpflichtig

Der Medienkonzern Axel Springer treibt den Ausbau seiner bezahlpflichtigen Angebote im Internet voran. "Wir wollen mit dem Online-Auftritt der `Welt` bis zum Ende des Jahres startklar sein für die Umwandlung in ein Bezahlmodell", kündigte Springer-Chef Mathias Döpfner in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters an. Die Online-Ableger weiterer Printprodukte würden im kommenden Jahr folgen.

Für journalistische Inhalte müsse gezahlt werden, betonte Döpfner. "Wir verteidigen nicht die gedruckte Zeitung, wir verteidigen den Journalismus." Es dürfe kein Freibier mehr ausgeschenkt werden. Ob seine Strategie von Erfolg gekrönt sein werde, könne er derzeit nicht sagen. Aber "ich bin heute zuversichtlicher als noch vor ein, zwei Jahren."

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