Letzte "Financial Times Deutschland" am 7. Dezember

Letzte "Financial Times Deutschland" am 7. Dezember
Die FAZ berichtet, dass die FTD am 7. Dezember das letzte Mal erscheint. 320 Mitarbeiter müssen gehen.

Die deutsche Wirtschaftszeitung Financial Times Deutschland steht offenbar kurz vor dem Aus. Die FTD solle nur noch bis zum 7. Dezember erscheinen, berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung am Donnerstag. Ein Sprecher des Verlags Gruner + Jahr (G+J) erklärte auf Anfrage, der Aufsichtsrat habe den Vorstand ermächtigt, "einen Verkauf, Teilschließung oder Schließung der G+J-Wirtschaftsmedien vorzunehmen".

"Es laufen aktuell letzte Gespräche zu einem potenziellen Verkauf der FTD, ein endgültiger Beschluss des Vorstandes ist damit noch nicht gefasst", erklärte der Konzernsprecher weiter. Weitere Angaben wollte der Verlag nicht machen.

Laut dem FAZ-Bericht sollen 320 Mitarbeiter des Verlags Gruner + Jahr, die in der Wirtschaftsmedien AG auch für die Zeitschriften Impulse und Börse Online arbeiten, ihren Arbeitsplatz verlieren. Ihnen solle bis Ende Januar betriebsbedingt gekündigt werden, berichtete das Blatt. Dafür seien intern Sozialplankosten von rund 40 Millionen Euro veranschlagt.

Die FTD-Redaktion hatte am Mittwoch auf der Internetseite ihrer Zeitung mitgeteilt, das Blatt stehe "vor der Einstellung". Die Gewerkschaft Verdi hatte scharfe Kritik geübt. Gruner + Jahr sei ein profitabler Verlagskonzern, einen großen Teil der Wirtschaftsmedien einzustellen, sei "keine Entscheidung aus der Not heraus".

Gruner + Jahr gibt unter anderem Zeitschriften wie Stern und Brigitte heraus. Der Verlag gehört zu 74,9 Prozent dem deutschen Medien-Großkonzern Bertelsmann, 25,1 Prozent der Anteile hält die Hamburger Verlegerfamilie Jahr.

Die Berliner tageszeitung setzt derweil darauf, dass mehr Leser freiwillig für Online-Artikel bezahlen. Auf der Seite taz.de werden die Nutzer künftig mit einer Bezahlschranke empfangen, wie die Zeitung mitteilte. Allerdings können sich die Leser demnach auch gegen eine Bezahlung entscheiden und die Artikel weiter kostenlos lesen. Die taz hatte das freiwillige Bezahlen bereits 2011 eingeführt und damit nach eigenen Angaben 70.000 Euro eingenommen.

"Es ist eher eine Pay-Wahl", erklärte die taz-Leiterin für das digital-Angebot, Nina Schoenian. Mit der neuen Kampagne solle die Zahl der Zahlungsbereiten erhöht werden.

Kommentare