Zeitunglesen im Kaffeehaus ist eine Selbstverständlichkeit, die nun wieder stärker ins Bewusstsein gerückt werden soll.

© Franz Gruber/Kurier

Wirtschaft atmedia
12/15/2014

Initiative für Zeitungen im Kaffeehaus

Mitte Jänner starten VÖZ und Wiener Kaffeehäuser Veranstaltungsreihe, die sich dem Verhältnis der beiden zueinander widmet.

Zeitunglesen und Kaffeehaus - das gehört in Wien wie selbstverständlich zusammen. Eine Kooperation des Verbands Österreichischer Zeitungen (VÖZ) mit der Fachgruppe Kaffeehäuser Wein soll das den Gästen noch bewusster machen.

Neben einem verstärkten Zeitungsangebot in 50 bis 100 Wiener Kaffeehäusern läuft vom 16. bis zum 25. Jänner eine Veranstaltungsreihe:

• Zur Zukunft der Wiener Kaffeehaus-Kultur: online oder print – hat der Zeitungshalter ausgedient?
Termin: Freitag, 16. Jänner, 19:00 Uhr ,
Ort: Café Weimar, Währingerstraße 68, 1090 Wien

• Old Boys’ or Young Girls’ Things: Jugend für Zeitungen und Kaffeehäuser begeistern?
Termin: Montag, 19. Jänner, 19:00 Uhr,
Ort: Café Markusplatz, Tuchlauben 16, 1010 Wien

• Das Kaffeehaus als Epizentrum der Macht? Ein Gespräch über Netzwerke und bequeme Meinungen.
Termin: Mittwoch, 21. Jänner, 10:00 Uhr,
Ort: Café Landtmann, Universitätsring 4, 1010 Wien

• Kaffeehausliteraten im Gespräch
Termin: Donnerstag, 22. Jänner 2015, 19:00 Uhr,
Ort: Café Museum, Operngasse 7, 1010 Wien.

Das symbiotische Verhältnis zwischen Zeitungen und Kaffeehäusern bestand nicht immer: „Diese verdammten Kaffeesieder! Wenn Sie wenigstens eine Taxe zahlen wollten als Entschädigung dafür, dass bei Ihnen die Gäste das „Diarium“ gratis lesen!“
Solchermaßen ereiferte sich zu Beginn des 18. Jahrhunderts der Herausgeber des „Wiennerischen Diariums“ (heute: Wiener Zeitung) über die Idee der Kaffeesieder, zusätzlich zu Melange und Kipferln auch gratis Zeitungen anzubieten. Obwohl in den damaligen Blättern (Wiennerisches Diarium, Posttäglicher Mercurius, Corriere ordinario) nicht wirklich viel politisch Relevantes drinnen stand – das verhinderte die strenge Zensur – bildeten diese Publikationen doch Anstoß für so mancherlei Diskussion. Mehr als die gedruckten Exemplare sorgten aber die handgeschriebenen Zeitungen, die an der Zensur vorbei vor allem in den Kaffeehäusern ihre Verbreitung fanden, für politischen Zündstoff. Das führte sogar dazu, dass die Regierung den Kaffeesiedern mit dem Entzug der Gewerbekonzession drohte.

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