Wirtschaft atmedia
12/05/2012

Google-Geld löst Medien-Erlösprobleme nicht

deLeistungsschutz hin oder her. Auch wenn Google irgendwann Verleger für die Nutzung von deren Inhalten bezahlen sollte, lösen diese Erlöse nicht die Probleme von Zeitungen, Zeitschriften und auch nicht von anderen Content-Anbietern. Dieses Verhältnis zueinander - aufeinander angewiesen und voneinander abhängig zu sein - wird sich 2013 verschärfen, prophezeit Goldmedia. Ebensowenig wird Paid Content die Erlösprobleme der Content-Industrie lösen.

"Denn jedwede Bezahlschranke senkt den Traffic auf Newsportalen und erschwert die Werbevermarktung zusätzlich", konstatiert das Beratungsunternehmen. Daraus resultierende Einnahmenverluste aus der Online-Werbung bei gleichzeitigem Printauflage-Rückgang würde in mittelgroßen Medienunternehmen - jene Betriebe ohne Medien mit überregionaler Bedeutung und ohne spezifischer Zielgruppen - eine "drastische Reduktion" der Content-Produktionskosten nach sich ziehen. Parallel dazu müssten diese Unternehmen ihr Erlösarten-Portfolio breit ausbauen und diversifizieren.

Dazu gehört für Goldmedia beispielsweise die "stärkere Einbettung von Zusatzleistungen in Verkaufsumgebungen und der Verkauf kreativer Zusatzleistungen". Auf diese Diversifikationsliste setzt das Beratungsunternehmen auch die Überführung von Facebook-Kontakten in Vertriebsaktivitäten, die entweder selbst oder in Kooperation mit E-Commerce-Anbietern erfolgen können.

Goldmedia ist auch davon überzeugt, dass sich Medien künftig der sogenannten Access Economy zu stellen haben. Darunter ist zu verstehen, dass Konsumenten immer besitzloser werden und sich künftig nur mehr die Zugänge zu Inhalten kaufen. Also Car-Sharing statt dem eigenen Auto. Spotify anstelle verstaubter Wände mit CDs und Festplatten.

Und dann hat das Beratungsunternehmen noch den hybriden Medienkonsumenten im Köcher. Dieser Konsumenten-Typos hieß irgendwann einmal Smart Shopper und war das Schreckgespenst der Einzelhändler. Denn diese Menschen rollten mir ihren Porsches, Mercedes, etc. zunächst zum Diskonter, um später noch im Delikatessenladen einzukaufen.

Für Goldmedia geht es in diesem Sinne um das für die Branche nervenzerfetzende Nebeneinander von sich scheinbar widersprechenden Medien- und Inhaltsgattungen im Relevant Set von Menschen. Der smarte Mediennutzer wechselt nun mal von Soap, der Sitcom in das Kulturmagazin und zurück. Oder lässt sich von einer Show berieseln, um sich flugs einen Kanal weiter knallharte Nachrichten und Fakten reinzuziehen. Diese Konsumenten bringen tradierte und nicht veränderbare oder veränderungsbereite Medien-Geschäftsmodelle in existenzielle Not. Dafür sorgen aber auch Anbieter, die frei vom klassischen Medien-Business-Denken im Markt "wildern". Goldmedia bemüht hierfür den Begriff der "kreativen Zerstörung", der die Medien- und Unterhaltungsbranche verändert.

Dazu kommen noch Gamification und Social TV, die die jeweiligen Umgebungen und Wirkstätten verändern werden. Wobei Social TV die TV-Nutzung entwickeln wird. Während Gamificiation sich aus seinem angestammten Biotop, den Games, aufmacht, um die gesamte Wissens- und Inhaltvermittlung einerseits zu bereichern und andererseits auch zu infantilisieren.

Mehr zum Medien-, Entertainment- und Telekom-Jahr 2013 aus Sicht von Goldmedia - Goldmedia Trendmonitor 2013
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