Ein Sparkurs mit Tücken

Andy Borgs ?Musikantenstadl?  live aus Ingolstadt
Foto: APA/MILENKO BADZIC Opfer der ORF-Sparprogramms? Andreas Gabalier jüngst im „Musikantenstadl“.

Österreicher hinterfragen laut einer Studie bereits die Legitimität des Programmentgelts.

Die ORF-Geschäftsführung informiert am Donnerstag den Stiftungsrat über ihre 80 Millionen schweren Einsparungspläne. Hauptleidtragender wird das Programm sein, das gut die Hälfte beitragen muss. Deshalb werden neue Projekte nicht umgesetzt oder verschoben, Beauftragungen ausgesetzt, zum Teil werden Sendungen auch abgesetzt oder ihre Umfänge reduziert (siehe Info unten).

Ändern könnte das nur mehr eine andere Lastenverteilung im ORF oder der Umstand, dass der Bund doch wieder die Gebührenrefundierung von zuletzt 30 Millionen Euro überweist.

Verweigerung

Gerade mit weiteren Einsparungen im Programm, das schon jetzt ein Tief beim Publikum erlebt, droht sich der ORF aber ins eigene Fleisch zu schneiden. Denn die Österreicher hinterfragen bereits die Legitimität der Gebühren. Laut einer dem KURIER vorliegenden Marktforschungsstudie von Peter Hajek Public Opinion Strategies erachten 39 Prozent von 1000 Befragten die Finanzierung des ORF durch Gebühren für „gar nicht gerechtfertigt“. Weitere 36 Prozent halten die ORF-Gebühren für „eher nicht gerechtfertigt“. Nur zwei Prozent stufen sie als „sehr gerechtfertigt“ ein.

Eine Umstellung der Gebühren auf eine Haushaltsabgabe, wie es nach den Nationalratswahlen überlegt werden soll, ist zudem äußerst unpopulär. Hier meinen 52 Prozent, dass eine solche „überhaupt nicht gerechtfertigt“ sei, 22 Prozent meinen „eher nicht gerechtfertigt“.

Vergleichsweise positiv steigt der ORF bei der Werbung aus. Die ist nur 24 Prozent deutlich zu viel, während sie für 30 Prozent im Großen und Ganzen in Ordnung ist.

INFO: Studien-Autor: Peter Hajek Public Opinion Strategies. Befragt wurden Österreicher ab 16, Stichprobengröße: 1000, 17.–24. April 2013

Details

Die Sparmaßnahmen

Gespart werden soll in Randzonen am späten Abend und am Nachmittag. Ein Opfer könnte „Frisch gekocht“ sein – für Andi und Alex gibt es aber neue Pläne. Weiters die „Matinee“ sowie Doku-Soaps am Mittwoch, die fertig projektiert sind. Der Dok-Film könnte durch weniger, bessere Termine kompensiert werden. Volksmusik- und Schlagershows werden reduziert.

(kurier) Erstellt am
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