Stefan Kurt als Adrian Weynfeldt und Marie Bäumer als Lorena in „Der letzte Weynfeldt“.

© CHRISTIAN LANZ ZDF/Christian Lanz

TV-Tipp
01/05/2013

Gute Manieren, falsche Bilder

"Der letzte Weynfeldt": Ein Fernsehfilm nach Martin Suter mit Stefan Kurt in der Titelrolle.

von Michaela Mottinger

Ein bankrotter Freund bittet Kunsthändler Adrian Weynfeldt, das Gemälde „Femme nue devant une salamandre“ von Félix Vallotton in seine nächste Auktion zu bringen. Der Freund besitzt vom Bild Original und Fälschung. Da taucht eine Femme fatale auf – und eine weitere Fälschung. Die wird versteigert. Und das Original besitzt ... eine originelle Schlusspointe.

2008 erschien der Roman „Der letzte Weynfeldt“ von Martin Suter. Eine Mischung aus Komödie, Thriller und Liebesgeschichte. Der Bestseller wurde verfilmt; das ZDF zeigt ihn am 5. Jänner um 21.45 Uhr.

Der Schweizer Autor, ein bekennender Fernsehfreak, ließ sich vertraglich zusichern, dass er bei der Wahl der Produktionsgesellschaft und der Regisseure mitreden dürfe. Und stellte für das Projekt sonst nur eine Bedingung: ein Schweizer Schauspieler, der wunderbare Stefan Kurt, der 2012 auch bei den Salzburger Festspielen auf der Bühne stand, sollte den Weynfeldt spielen. Man kennt einander schon von anderen Produktionen. „Und jedes Mal war er wunderbar“, so Suter.

Stefan verleiht Weynfeldt genau die Mischung aus vermeintlicher Überheblichkeit und Bescheidenheit, die die Figur im Roman auszeichnet.“

Auch Stefan Kurt war von der Rolle sofort angetan: „Ich liebe es, diese zurückgenommenen Charaktere zu spielen. Das liegt mir im Blut. Wahrscheinlich steckt in Adrian Weynfeldt einiges von meiner eigenen Person. Weynfeldt ist eher der stille Beobachter, er reagiert, statt dass er agiert. Das muss man sehr minimalistisch spielen, diese Contenance in jeder Situation. Ich habe mir dafür einen speziellen Gesichtsausdruck zurechtgelegt.“

Weynfeldt ist wie aus der Zeit gefallen. Seine antrainiert guten Manieren lassen ihn oft überheblich wirken. Die Fassade beginnt erst zu bröckeln, als ihm Marie Bäumer als Lorena, die damenhafteste Schlampe, die man im Fernsehen je gesehen hat, und ihr Liebhaber/Zuhälter Pedroni alias Nicholas Ofczarek, nachstellen. Mit immer neuen Erpressungsgeldforderungen.

Erlesene Besetzung

Auch die übrige Besetzung ist erlesen: Vadim Glowna spielt Dr. Baier, den insolventen Vallotton-Besitzer; Annemarie Düringer ist die ob der neuen Dame des Hauses, Lorena, missmutige Hausdame Frau Hauser.

Für Stefan Kurt, sehr gern Ausstellungsbesucher, aber ahnungslos in Sachen Kunstfälschung, waren die Dreharbeiten lehrreich. Vor allem die Begegnungen mit Experten Christoph Keller, der als Berater zur Verfügung stand. „Kunstleute umgibt ein anderer Geist“, so Kurt. „Das ist ein eigener Menschenschlag. Hochgebildet, sehr höflich, aber auch sehr bestimmt.“

Stefan Kurt hat sich das alles durch die Lektüre diverser Knigge-Bücher und einen Schnellkurs bei Isa Gräfin von Hardenberg angeeignet.

Was er sich für seinen Weynfeldt wünscht? „Dass die Zuschauer Empathie für diesen verschrobenen Menschen entwickeln.“

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