Wirtschaft
13.03.2014

Arbeiterkammer zeigt "Zockern" die Tür

Wer viel riskiert, bekommt keine Hilfe der Konsumentenschützer.

Wer bei Finanzanlagen zockt, darf nicht mit der Hilfe der Konsumentenschützer rechnen. Mit dieser Ansage ließ Siegfried Pichler, wiedergewählter Präsident der Salzburger Arbeiterkammer (FSG), bei der konstituierenden Vollversammlung am Dienstag aufhorchen.

"Das Finanzwesen ist pervers und krank geworden"

Aktueller Anlass sei das Hypo-Debakel. "Das Finanzwesen ist pervers und krank geworden, es wird auf Teufel komm raus gezockt. Unser Rechtsschutz wird nicht mehr mit Beitragsgeldern unserer Mitglieder einspringen, wenn dann der Hut brennt", sagt er.

In der Vergangenheit seien die Juristen der AK vielfach für geprellte Anleger in die Presche gesprungen – von einfachen Interventionen bis hin zu Musterprozessen, erklärt Pichler. Die Kosten seien mitunter horrend gewesen. Das sei aber nicht der Grund für die harten Bandagen, betont er: "Es geht uns um Glaubwürdigkeit."

Aber wo fängt das Zocken an? Johann Kalliauer, AK-Präsident aus Oberösterreich, warnt davor, die Causa schwarz-weiß zu sehen: "Man muss im Einzelfall sorgfältig schauen, wer bewusst dem Lockruf hoher Renditen folgt und aus Gier viel riskiert, und wer schlichtweg über den Tisch gezogen worden ist."

So sieht es auch Herwig Rezek, Leiter der Abteilung Konsumentenschutz der AK Niederösterreich. "Es gibt keine Pauschallösung." Wenn ein vermeintlich sicheres Produkt verkauft wird, das sich später als riskante Anlage herausstellt, hilft die AK sehr wohl. 2013 waren die Niederösterreicher mit 600 Anlage-Fällen konfrontiert.

Ob die rigorose Salzburger Linie bundesweit Nachahmer findet, bleibt offen. "Ich wäre jedenfalls froh, wenn alle eine so klare Sprache sprechen würden", sagt Pichler.