Wirtschaft
23.05.2018

Antiisraelische Fluglinie Kuwait Airways fliegt nach Wien

Ab Juni. Fluglinie befördert keine israelischen Staatsbürger.

Die arabische Fluglinie Kuwait Airways, die zuletzt in Deutschland für Kritik sorgte, weil sie die Beförderung eines Israelis verweigert hatte, wird ab Juni auch nach Wien fliegen, berichtet die "Presse" am Mittwoch. Geplant sind demnach drei wöchentliche Direktverbindungen zwischen Wien und dem internationalen Flughafen in Kuwait. Vorerst soll die Fluglinie bis September nach Wien fliegen.

Gesetz aus dem Jahr 1964

Kuwait Airways weigert sich, israelische Staatsbürger zu befördern. In Deutschland sorgte ein Fall für Aufregung, in dem ein Israeli, der einen Flug von Frankfurt nach Bangkok mit Zwischenlandung in Kuwait gebucht hatte, nicht mitgenommen wurde. Als die Gesellschaft von seiner israelischen Staatsangehörigkeit erfuhr, stornierte sie den Flug und berief sich auf ein kuwaitisches Gesetz aus dem Jahr 1964, das Vereinbarungen mit israelischen Staatsbürgern verbietet.

Das zuständige Landgericht in Deutschland hatte eine Klage des Mannes gegen die Stornierung seines Fluges abgewiesen. Der deutsche Verkehrsminister Andreas Scheuer kündigte "negative Konsequenzen" für den Flugbetrieb der Airline in Deutschland an, sollten die Gespräche mit der kuwaitischen Seite zu keinem Ergebnis führen.

Das österreichische Verkehrsministerium hat eine Stellungnahme angekündigt.

Der Flughafen kann aber einer Airline nicht verbieten, in Wien zu landen

Flughafen-Sprecher Peter Kleemann

Dem Flughafen Wien sind in so einem Fall die Hände gebunden. "Wir lehnen eine derartige Haltung grundsätzlich ab. Der Flughafen kann aber einer Airline nicht verbieten, in Wien zu landen, wenn sie die verkehrsrechtlichen und flugbetrieblichen Vorschriften erfüllt. Wir unterliegen hier dem Kontrahierungszwang", sagte Flughafen Wien-Sprecher Peter Kleemann zur APA.