Zuletzt war das Unternehmen als Fiat-Werkstätte tätig

© APA/dpa-Zentralbild

Sanierungsverfahren
10/14/2014

Anlagenbauer FMW ist insolvent

Niederösterreichischer Industrie-Anlagenbauer FMW hat 38 Millionen Euro Schulden.

von Kid Möchel

Die niederösterreichische FMW Industrieanlagenbau GmbH, die 97 Mitarbeiter am Standort im niederösterreichischen Kirchstetten beschäftigt, ist zahlungsunfähig. Der Anlagenbauer ist auf die beiden Bereiche Papier und Zellstoff sowie Mineraltechnik spezialisiert. „Das Unternehmen hat heute einen Antrag auf Einleitung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung gestellt", bestätigt Alexander Klikovits, Insolvenzexperte des KSV1870 dem KURIER. "In dieser Art eines Insolvenzverfahrens wird das Unternehmen unter Aufsicht eines Masseverwalters mit dem Ziel fortgeführt, entschuldet aus der Insolvenz hervorzugehen." Den Gläubigern muss aber zumindest eine Quote in Höhe von 20 Prozent innerhalb von zwei Jahren bezahlt werden.

Das Unternehmen führt die anhaltende Wirtschaftskrise, die schleppende Konjunkturentwicklung und die damit verbundenen Auftragsrückgänge als Pleite-Ursache an. „Weiters hat der Zahlungsausfall eines wichtigen russischen Kunden die Liquiditätslage massiv belastet", hieß es am Dienstag aus dem Unternehmen.

Der Betrieb gehört seit Sommer 2013 zu 40 Prozent der Frankfurter Beteiligungsgesellschaft Finatem, 20 Prozent gehören dem Management und die weitere Anteile halten Fonds der Hannover Finanz und andere deutsche Finanzinvestoren.

38,2 Millionen Euro Schulden

„Da sich die Auftragslage in den vergangenen Wochen wieder deutlich verbessert hat und bereits lang erwartete Aufträge eingegangen sind, arbeiten wir mit unseren Eigentümern und der finanzierenden Bank mit Zuversicht an einer positiven Lösung für die FMW und unsere fast 100 Mitarbeiter“, erklärte die Geschäftsführung der FMW in einer schriftlichen Mitteilung am Dienstag.

Laut dem Wirtschaftsinformations-Dienstleister Creditreform hat FMW im Jahr 2012 rund 38,52 Millionen Euro umgesetzt, das operative Ergebnis betrug aber minus 1,31 Millionen Euro. Im jahr 2011 setzte der Betrieb noch 59 Millionen Euro um. Die Verbindlichkeiten lagen 2012 bei rund 35,3 Millionen Euro, aktuelle betragen die Schulden rund 38,2 Millionen Euro. Sprich die Schulden entsprechen ungefähr dem Umsatz.

7,9 Millionen Euro Vermögen

Die Aktiva werden mit 7,9 Millionen Euro beziffert. Laut dem KSV1870-Experten Klikovits sollen diese angesichts des Insolvenzverfahrens entsprechend wertberichtigt worden sein.

Laut Firmenangaben plant, fertigt und liefert FMW Einzelaggregate bis hin zu schlüsselfertigen Industrieanlagen. Zu den Kunden zählen alle namhaften Unternehmen und Konzerne der Papier und Zellstoff- und Baustoffindustrie.

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