Analyst zu Musks Umbauplänen: "Tesla lebt viel von Fantasie"
Mit dem Optimus-Roboter will Tesla auch die autofreien Haushalte erobern.
Wenn jemand in der Automobilwirtschaft für viel Wirbel sorgen kann, dann ist es Elon Musk. Der reichste Mensch der Welt hat am Mittwoch die Geschäftsergebnisse 2025 von Tesla bekannt gegeben. Dabei hat er auch einige große Veränderungen angekündigt: Model S und Model X sollen eingestellt werden. Die frei werdenden Produktionskapazitäten sollen für den humanoiden Roboter Optimus und das fahrerlose Cybercab eingesetzt werden.
Tesla investiert massiv in KI
Wie es mit den erfolgreichen Model 3 und Model Y weitergeht, steht offenbar in Schwebe denn: "Die einzigen Autos, die wir künftig bauen werden, sind vollautonome Autos", so Musk. Für die intelligente Steuerung von Robotermenschen und Robotaxis wird auch kräftig in eines von Musks anderen Unternehmen investiert. xAI soll 2 Milliarden Dollar von Tesla erhalten.
Das Cybercab soll künftig das Modellportfolio von Tesla dominieren.
Trotz sinkendem Umsatz steigt der Aktienkurs
Bei diesen fantastischen Zukunftsplänen ging fast unter, dass 2025 das erste Jahr ist, das Tesla mit einem Umsatzrückgang abschließt. 94,8 Milliarden Dollar bedeuten ein Minus von 3 Prozent. Der Jahresgewinn fiel um 46 Prozent auf 3,8 Milliarden Dollar. Die Tesla-Aktie stieg im nachbörslichen Handel dennoch um über 3 Prozent.
"Gläubige" halten Musk die Stange
"Tesla ist eine Firma, die viel von der Fantasie lebt", versucht Analyst Hans Engel von der Erste Bank diesen Widerspruch zu erklären. "Die Rentabilität ist schlecht, die Marge ist niedrig und die Mitbewerber sind stark. Auf der anderen Seite ist der operative Cashflow gut und Tesla hat wenig Schulden. So bleibt das Werk am Leben." Der Aktienkurs werde von einer Gruppe von Aktionären gestützt, die Musk die Stange halten. Dass Anteilseigner 2025 zugestimmt haben, dass Musk beim Erreichen langfristiger Ziele ein Gehalt von einer Billion Dollar erhält, zeige, dass die "Gläubigen" nicht notwendigerweise wirtschaftlich orientiert seien.
Sturheit führt Tesla in die Sackgasse
Auch andere Finanzexperten gehen mit Tesla hart ins Gericht. "Mastermind Musk" verspreche "seinen Glaubensbrüdern Wunderdinge in Sachen KI und Robotaxis, die er erst einmal umsetzen muss", heißt es in einer Analyse von Raiffeisen Research. Bei Robotaxis gibt es Konkurrenten wie Google-Tochter Waymo, deren Fahrzeuge seit Jahren Praxiserfahrungen sammeln. Musks Beharren auf Kameras als einzige Sensoren wird von Experten für autonomes Fahren als großer Unsicherheitsfaktor betrachtet.
Der Cybertruck: Mit viel Trara präsentiert, am Ende nicht besonders oft verkauft.
Robotern droht Schicksal des Cybertruck
Bei humanoiden Robotern, die Menschen in Zukunft daheim behilflich sein sollen, gibt es starke Konkurrenz und kaum Fortschritte. "Vielleicht wird das ein ähnlicher Flop wie der Cybertruck", meint Engel. Teslas kantiger Pick-up-Truck konnte hohe Erwartungen nicht erfüllen und verkauft sich schlecht.
Batteriespeicher verkaufen sich hervorragend
Worauf bei all der Spekulation rund um Teslas plakative Produkte vergessen wird, ist das Energiegeschäft. Teslas Geschäft mit Batteriespeichern wächst. "Es kann sein, dass der Energiesektor in ein paar Jahren mehr Umsatz macht als das Automobilgeschäft", sagt Engel. Anlegern empfiehlt er dennoch Vorsicht. Die Aktie des E-Auto-Pioniers sei stark überbewertet. "Im Endeffekt gibt es viele Automobilfirmen, die erfolgreicher sind".
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