Die naheliegendste Lösung war Botins Tochter Ana.

© Reuters/PAUL HACKETT

Santander
09/11/2014

Ana Botin: Die mächtigste Bankerin Europas

Das Bankhaus Santander macht es vor: An der Spitze einer europäischen Großbank steht erstmals eine Frau.

von Christine Klafl

Der König ist tot, es lebe die Königin. Unter diesem Motto könnte der Führungswechsel beim spanischen Bankhaus Santander, der größten Bank Europas, stehen. Der Bankchef Emilio Botin galt als der inoffizielle König Spaniens. Am Tag nach dem überraschenden Tod des 79-Jährigen (Herzinfarkt) wurde seine älteste Tochter zur Nachfolgerin ernannt. Die Führung des Bankriesen bleibt also in der Familie. Das hat Tradition. Die Botins besitzen zwar nur noch einen kleinen Anteil an Santander, haben aber bereits seit Anfang des 20. Jahrhunderts das Ruder in der Hand.

Ana Botin (53) gilt jetzt als die mächtigste Bankerin Europas. Gelernt hat sie das Geschäft von der Pieke auf. Ana, eines von sechs Kindern, studierte unter anderem an der Harvard Business School in den USA. In den USA verdiente sie sich auch ihre ersten Sporen: Sie war sieben Jahre lang für die Investmentbank JP Morgan tätig. Ab 1989 arbeitete sie dann bei Santander. Auf sie soll die Expansion in Lateinamerika zurückgehen. Sie ist es auch gewesen, die Santander in Großbritannien groß gemacht hat. Dort konnte die Bank die Gewinnlöcher stopfen, die in der Wirtschaftskrise in der spanischen Heimat entstanden.

Lorbeeren

Botin, die mit einem Banker verheiratet ist, gilt als überaus kompetent. „Ana Botin ist bereits eine der am meisten respektierten Bankerinnen der Welt“, lobte Lloyd Blankfein, der Boss von Goldman Sachs, die Spanierin gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg. Lob gab es auch von Josef Ackermann, dem Ex-Chef der Deutschen Bank: „Sie ist sehr fokussiert und wird eine gute Nachfolgerin sein.“

Vorschusslorbeeren für die Bankerin, die fünf Sprachen spricht, gab es auch von etlichen Analysten. Als „Idealkandidatin“ wurde sie da bezeichnet, sie habe „einen guten Ruf in Finanzkreisen“.

Die Aufgabe, die sie jetzt übernimmt, ist jedenfalls gewaltig. Sie regiert ein Bankreich mit gut 200.000 Mitarbeitern, das weiter ausgebaut werden will. Und sie wird sich mit problematischen Märkten, etwa in Lateinamerika, auseinandersetzen müssen.

Der Patriarch ist tot:

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