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Ana Botin: Die mächtigste Bankerin Europas

Das Bankhaus Santander macht es vor: An der Spitze einer europäischen Großbank steht erstmals eine Frau.
Eine Frau mit einem grünen Tuch um die Schultern blickt nachdenklich zur Seite.

Der König ist tot, es lebe die Königin. Unter diesem Motto könnte der Führungswechsel beim spanischen Bankhaus Santander, der größten Bank Europas, stehen. Der Bankchef Emilio Botin galt als der inoffizielle König Spaniens. Am Tag nach dem überraschenden Tod des 79-Jährigen (Herzinfarkt) wurde seine älteste Tochter zur Nachfolgerin ernannt. Die Führung des Bankriesen bleibt also in der Familie. Das hat Tradition. Die Botins besitzen zwar nur noch einen kleinen Anteil an Santander, haben aber bereits seit Anfang des 20. Jahrhunderts das Ruder in der Hand.

Ana Botin (53) gilt jetzt als die mächtigste Bankerin Europas. Gelernt hat sie das Geschäft von der Pieke auf. Ana, eines von sechs Kindern, studierte unter anderem an der Harvard Business School in den USA. In den USA verdiente sie sich auch ihre ersten Sporen: Sie war sieben Jahre lang für die Investmentbank JP Morgan tätig. Ab 1989 arbeitete sie dann bei Santander. Auf sie soll die Expansion in Lateinamerika zurückgehen. Sie ist es auch gewesen, die Santander in Großbritannien groß gemacht hat. Dort konnte die Bank die Gewinnlöcher stopfen, die in der Wirtschaftskrise in der spanischen Heimat entstanden.

Lorbeeren

Botin, die mit einem Banker verheiratet ist, gilt als überaus kompetent. „Ana Botin ist bereits eine der am meisten respektierten Bankerinnen der Welt“, lobte Lloyd Blankfein, der Boss von Goldman Sachs, die Spanierin gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg. Lob gab es auch von Josef Ackermann, dem Ex-Chef der Deutschen Bank: „Sie ist sehr fokussiert und wird eine gute Nachfolgerin sein.“

Vorschusslorbeeren für die Bankerin, die fünf Sprachen spricht, gab es auch von etlichen Analysten. Als „Idealkandidatin“ wurde sie da bezeichnet, sie habe „einen guten Ruf in Finanzkreisen“.

Die Aufgabe, die sie jetzt übernimmt, ist jedenfalls gewaltig. Sie regiert ein Bankreich mit gut 200.000 Mitarbeitern, das weiter ausgebaut werden will. Und sie wird sich mit problematischen Märkten, etwa in Lateinamerika, auseinandersetzen müssen.

Der Patriarch ist tot:

Ein älterer Mann schaut aus dem Fenster eines Autos.

Emilio Botin, chairman of Spain's largest bank San
Ein Mann im Anzug läutet eine silberne Glocke vor einem roten Hintergrund.

File photo of Spain's Santander Chairman Emilio Bo
König Felipe VI. von Spanien schüttelt einem Mann die Hand.

SPAIN ROYALTY
Ein Mann geht an einer Santander Bankfiliale vorbei.

A man looks his mobile as he walks past a Santande
Eine Frau mit einem grünen Tuch um die Schultern blickt nachdenklich zur Seite.

File photo of Santander UK chief executive Ana Pat

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