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Wirtschaft
03/25/2021

Allianz Österreich wuchs im Coronajahr 2020

Das Neugeschäft des Versicherungskonzerns entwickelte sich schwach, mit Ausnahme der Gesundheitsversicherung.

Wegen eines schwächeren Neugeschäfts sind die Einnahmen von Allianz Österreich im Coronajahr 2020 nur leicht gestiegen. Zugelegt hat man vor allem in der Gesundheitsversicherung.

Niederen Schadensfrequenzen etwa bei Kfz standen höhere Belastungen aus Betriebsunterbrechungen gegenüber. Die Schaden-Kosten-Quote konnte weiter verbessert werden auf 84,9 Prozent, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.

Das geplante Prämienwachstum sei durch die Covid-19-Pandemie "massiv ausgebremst" worden, sagte CEO Rémi Vrignaud. Das habe deutliche Spuren in den Finanzergebnissen hinterlassen. Das operative Ergebnis selbst wuchs nämlich um 12,8 Prozent auf 169,9 Mio. Euro. Die Großschäden seien unter dem Jahr 2019 geblieben, "auch wenn aus der Betriebsunterbrechung im Gastronomie- und Hotelgewerbe aufgrund der staatlich angeordneten Schließungen nach derzeitigem Stand 11,3 Mio. Euro (brutto) Aufwand angefallen sind", wie es im Geschäftsbericht heißt.

Die Mehrbelastung aus Naturkatastrophen, vor allem Sommerunwetter, hätten die positive Entwicklung teils ausgeglichen. Die Schadenquote nach Rückversicherung lag aber mit 56,5 Prozent um 5,1 Prozentpunkte unter dem Vorjahr. Vor Rückversicherung verbesserte sich die Schadenquote um 4,8 Prozentpunkte auf 55,9 Prozent, primär durch den Kfz-Bereich. Der Kostensatz, gemessen an der abgegrenzten Prämie, wurde um 0,3 Prozentpunkte auf 24,2 Prozent reduziert.

Anstieg der Gesamt-Bruttoprämien

Die verrechneten Gesamt-Bruttoprämien stiegen um 0,8 Prozent auf 1,515 Mrd. Euro. Dabei wurde in der Schaden/Unfall- und Krankenversicherung ein Plus von 2,4 Prozent auf 1,146 Mrd. Euro erzielt, das "aber hinter unseren Erwartungen blieb". Treiber sei die Krankenversicherung gewesen - und wahrscheinlich sei man auch nur hier 2020 über dem Markt gewachsen. Unter den Erwartungen geblieben seien die 1,146 Mrd. Euro Prämie unter anderem wegen des schwächeren Neugeschäfts durch das Schließen der Kundencenter und Agenturen während des Lockdowns. "Insgesamt schätzen wir den negativen Effekt auf den Umsatz aus der Covid-19-Pandemie auf ca. 18,1 Mio. Euro für 2020", heißt es.

In der Lebensversicherung sanken die verrechneten Prämieneinnahmen um 4,0 Prozent auf 368,5 Mio. Euro, die abgegrenzten Nettoprämien gaben von 379,8 auf 371,5 Mio. Euro nach. Positiv habe sich die 2019 neu auf den Markt gebrachte Fondspolizze entwickelt. Zu einer negativen Entwicklung bei traditionellen Garantieprodukten hätten jedoch die anhaltende Niedrigzinsphase, der Einbruch im Neugeschäft, geringere Einmalerläge und die Coronakrise durch Rückkäufe und Stundungen geführt, hieß es in einer Aussendung.

Der Gesamtbestand an Lebensverträgen sank um 2,8 Prozent auf 373.118, die Versicherungssumme aber nur um 0,2 Prozent auf 11,745 Mrd. Euro. In der klassischen Leben betrug der Rückgang 1,2 Prozent auf 304.865 Verträge (Summe +0,7 Prozent auf 10,1 Mrd.). Fondspolizzen spielten mit 15.004 Stück bzw. 529,8 Mio. Versicherungssumme eine eher geringe Rolle. In der Prämienbegünstigten Zukunftsvorsorge (PZV) schmolz man um 8 Prozent auf 53.249 Verträge ab (Versicherungssumme -6 Prozent auf 1,16 Mrd. Euro).

Von den 5,7 Mrd. Euro Kapitalanlagen hätten 91,3 Prozent die Kriterien nachhaltiger Investments erfüllt - nach 88 Prozent im Jahr davor. Erstmals über die Hälfte sei mit 52 Prozent Anteil der Kategorie "sehr nachhaltig" zuzurechnen gewesen.

Das versicherungstechnische Ergebnis der Allianz Elementar stieg um 37,1 Mio. auf 138,4 Mio. Euro. Das nichttechnische Ergebnis ohne Ergebnisabführungen lag mit 21,9 Mio. um 6,8 Mio. unter Vorjahr - wegen eines schlechteren Kapitalanlageergebnisses, wie es heißt. Das EGT sank von 251,5 Mio. auf 196,6 Mio., primär wegen der 2019 von der Allianz Leben erhaltenen Sonderdividende von 100 Mio. Euro, was man nur teils durchs höhere Versicherungstechnik-Ergebnis ausgleichen konnte. Unterm Strich schrumpfte der Bilanzgewinn der Allianz Elementar Versicherungs-AG von 203,2 auf 133,7 Mio. Euro - davon entfielen 132,5 Mio. auf Schaden/Unfall und 1,2 Mio. Euro auf die Krankenversicherung.

Bei der Allianz Leben fiel der Bilanzgewinn mit 29,9 (27,2) Mio. Euro etwas höher aus als im Jahr davor. Das EGT wuchs dort von 21,4 auf 28,6 Mio. Euro, primär wegen einer geringeren Belastung bei der Dotierung der Zinszusatzreserve.

Die Zahl der Beschäftigten betrug bei der Allianz Elementar (Sach) im Schnitt 1.556 (1.640), davon entfielen 1.123 (1.171) auf Angestellte der Geschäftsaufbringung und 434 (439) auf Angestellte der Verwaltung. In der Allianz Leben wurden im Schnitt 53 (47) Mitarbeiter beschäftigt, davon 10 (9) Angestellte in der Aufbringung und 43 (39) in der Verwaltung.

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