Wirtschaft
04.02.2019

All-Inclusive-Tarife und Ökomascherl: Preiskampf um Stromkunden

Anbieter switch buhlt mit einfachem Tarif um Kunden, MeinAlpenStrom wirbt mit Wasserkraft.

Um im Tarifdschungel und im wilden Kampf um Stromkunden Aufmerksamkeit zu erhalten, hat sich der Stromdiskonter switch ein neues Preismodell ausgedacht. „Möglichst einfach und nachvollziehbar lautet die Devise für unser Angebot“, betont switch-Geschäftsführer Christian Ammer.

Seit einer Woche bietet der Stromlieferant daher die Kilowattstunde zu sechs Cent an. „All inclusive, versteht sich. Es kommt kein Grundpreis dazu“, sagt Ammer. Die Tochtergesellschaft von Wien Energie, EVN und Energie Burgenland hofft damit, bei den Stromkunden zu punkten. Mit sechs Cent (netto, ohne Mehrwertsteuer) sei man nicht der billigste Anbieter, aber günstiger als die lokalen Lieferanten, so Ammer.

500 Gigawattstunden Strom verkauft das Unternehmen im Jahr an seine 50.000 Kunden , allerdings nur ein Drittel davon in Österreich, zwei Drittel in Deutschland. Verkauft wird der Strom online, über die Post oder auch in Einkaufszentren. Der Strom, den switch verkauft, wird an der Börse zugekauft und mit Ökostromzertifikaten zu reinem Grünstrom gemacht. Das ist gängige Praxis unter den Billiganbietern in Österreich. Alle offerieren 100 Prozent Ökostrom.

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Philipp Rehulka, Geschäftsführer von MeinAlpenStrom, hat mit den Ökostromzertifikaten keine Freude. „Wenn mit den Zertifikaten alles zu Grünstrom gemacht wird, gibt es keine Zahlungsbereitschaft für Ökostrom“, sagt er. Denn Ökostrom sei teurer. 6,99 Cent je Kilowattstunde (netto) verlangt MeinAlpenStrom und liegt damit nicht unter den günstigsten Anbietern.

Rehulka versucht daher bei den Kunden seinen Trumpf auszuspielen: MeinAlpenStrom besitzt zwei Wasserkraftwerke an der Mur. „Diesen reinen Wasserkraftstrom verkaufen wir. Da brauchen wir keine Zertifikate“, betont Rehulka. Er kritisiert, dass mit den Ökostromzertifikaten auch Strom aus fossiler Energie „grün gewaschen“ wird.