Wirtschaft
31.03.2017

Airbus will Nachfolger für den Tornado bauen

Mehrere europäische Regierungen müssten die Finanzierung übernehmen, um das Projekt zu stemmen.

Der Flugzeughersteller Airbus hofft auf den Auftrag zum Bau eines neuen europäischen Kampfjets. "Wir sprechen sehr intensiv mit den europäischen Regierungen über den Bau eines Nachfolgers des Jagdbombers Tornado", sagte Airbus-Manager Dirk Hoke dem Handelsblatt.

Das Projekt laufe unter dem Namen "Next Generation Weapon System" (NGWS) und soll über weitreichende neue technische Eigenschaften verfügen. Die Maschine soll demnach Einsätze im Verbund mit Drohnenschwärmen fliegen.

"Wir fertigen gerade Vordesignstudien an, um zu zeigen, wie ein solches Flugzeug aussehen könnte", ergänzte der Chef der Airbus-Sparte Defence and Space. "Wir arbeiten bereits mit Modellen und gehen schon finanziell in Vorleistung."

Bis 2035 im Einsatz

Die Entscheidung für ein neues Kampfflugzeug für die deutsche Bundeswehr soll womöglich nach der Bundestagswahl fallen. "Wir gehen derzeit davon aus, dass im kommenden Jahr weitreichende Studien freigegeben werden", sagte Hoke. "Dann benötigen wir in den nächsten zwei bis drei Jahren eine grundsätzliche Entscheidung für diese neue Plattform, wenn das Flugzeug bis 2035 im Einsatz sein soll."Um das milliardenschwere Projekt stemmen zu können, müssen laut Airbus mehrere europäische Regierungen die Federführung übernehmen. "Das werden unseres Erachtens Deutschland und Frankreich sein", sagte Hoke dem "Handelsblatt" weiter.

Die Bundeswehr verfügt heute noch über 85 Maschinen des in den 80er-Jahren gebauten Jagdbombers. Deutsche Tornados flogen Einsätze im Kosovo-Krieg und in Afghanistan. Aktuell sind mehrere Maschinen in der Türkei für Aufklärungsflüge über Syrien stationiert.