Wirtschaft
09.06.2017

Air Berlin will mit Steuergeld gerettet werden

Bürgschaftsantrag bei den Ländern Berlin und Nordrhein-Westfalen gestellt. Niki ist direkt Etihad unterstellt.

Die schwer angeschlagene Fluggesellschaft Air Berlin pumpt den Steuerzahler um Hilfsgelder an. Die Airline stellte bei den Landesregierungen von Berlin und Nordrhein-Westfalen eine Anfrage auf Prüfung eines Bürgschaftsantrags. Die meisten der derzeit noch 8000 Mitarbeiter der zweitgrößten deutschen Fluglinie arbeiten in den beiden deutschen Bundesländern. Rund 850 sind es beim Österreich-Ableger Niki in Wien.

Das Land Berlin will den Bürgschaftsantrag prüfen. "Air Berlin seit nicht nur ein Berliner Unternehmen, "sondern trägt den Namen unserer Stadt täglich in die Welt hinaus", erklärte die Wirtschaftssenatorin am Donnerstagabend. Um wieviel Geld es geht, ist nicht bekannt. Wie lange eine solche Prüfung dauert ist nicht bekannt.

Air Berlin steckt nach strategischen Fehlern und einer jahrelangen Verlustserie in einer existenziellen Krise. Allein voriges Jahr standen unter dem Strich knapp 800 Mio. Euro Verlust. Gestern wurde bekannt gegeben, dass die Fusion der österreichischen Ablegerin Niki mit der Ferienfluggesellschaft TUIfly begraben worden ist. Damit kursierten neue Spekulationen, dass auch die Lufthansa aushelfen könnte, um Air Berlin zu retten.

Niki bei Etihad

Air-Berlin-Ableger Niki wandert jetzt direkt unter die Fittiche der arabischen Air-Berlin-Hauptaktionärin Etihad, die Airline hält nach dem geplatzten Deal mi TUI am Niki-Kauf fest. Bis der (konzerninterne) Verkauf final über die Bühne gegangen ist, bleibt Niki jedoch weiter eine separate Geschäftseinheit in der Air Berlin.

Chefwechsel

Bei Niki gab es am Freitag auch einen Chefwechsel: Armin Bovensiepen wurde mit sofortiger Wirkung zum Chief Commercial Officer (CCO) ernannt. Er löst Julio Rodriguez ab, der Niki auf eigenen Wunsch nach zwei Jahren verlässt, um sich neuen Herausforderungen zu widmen.