Händler verärgert über Preisverglei­che

APA/BARBARA GINDLAPA7092894-2 - 07032012 - SALZBURG - ÖSTERREICH: THEMENBILD - Ein Mann gibt eine Packung Mehl in einen mit Lebensmitteln gefüllten Einkauswagen, aufgenommen am Freitag, 02. März 2012, in Salzburg. (GESTELLTE SZENE). APA-FOTO: BARBARA GIND
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„Die Zahlen der AK sind nicht valide", sagt der Präsident des Markenartikelverbands.

Die Arbeiterkammer (AK) treibt Händlern und Produzenten in regelmäßigen Abständen die Zornesröte ins Gesicht. Immer dann, wenn die Konsumentenschützer vorrechnen, dass der Wocheneinkauf in Deutschland billiger ist als in Österreich. Den Händlern wird damit unterstellt, sich hierzulande ein Körberlgeld verdienen.

„Die Zahlen der AK sind nicht valide“, ärgert sich auch Günter Thumser, Präsident des Markenartikelverbands (MAV) und Vorstand von Henkel Zentral- und Osteuropa. Die AK blende Rabatte für Kundenkartenbesitzer und Aktionen, die an Mindestmengen gebunden sind, aus. Diese treiben aber den Aktionsanteil an. „Bei Waschmitteln liegt er bei mehr als 60 Prozent, bei Reinigungsmitteln bei 40 bis 50, bei Shampoos bei 50 Prozent“, sagt Thumser. Die großzügigen Rabatte bekommen freilich auch die Markenartikelhersteller zu spüren. 2012 sind die Umsätze im Lebensmitteleinzelhandel nicht vom Fleck gekommen.

30 Marken

Der MAV startet im Februar zum 17. Mal eine drei Millionen Euro schwere Markenartikelkampagne („Achten Sie auf die Marke“). Diese ist mit 8100 Plakaten laut MAV-Angaben „die größte Plakatkampagne im heurigen Wahljahr“. 30 Marken nehmen daran teil – von Nivea über Kelly’s bis Persil.

Binnen zehn Jahren haben Händler wie Spar und Billa ihren Eigenmarkenanteil auf rund zwanzig Prozent gehoben. Dabei wurden auch günstige No-Name-Produkte der Diskonter kopiert. Im Gegenzug schlichten Diskonter verstärkt Marken ins Regal. So gibt es bei Hofer neuerdings Coca-Cola, Red Bull oder Actimel. Mit weiteren Herstellern wird verhandelt. Die Grenzen zwischen Diskontern und Supermärkten verschwimmen.

(kurier) Erstellt am
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