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Wirtschaft
09/23/2020

Absage von Bällen: Riesiger Schaden für die Wirtschaft

Allein in Wien wird der Entgang mit rund 150 Millionen Euro beziffert.

von Kid Möchel, Nina Oezelt, Elisabeth Holzer

Bälle, Weihnachtsmärkte und die Silvester-Feiern lassen Jahr für Jahr die Kassen der Veranstalter klingeln. Im Vorjahr wurden die 450 Bälle in Wien von 520.000 Gästen besucht. In dieser Saison macht die Corona-Krise den Veranstaltern aber einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Zurzeit ist unklar, ob im heurigen Winter überhaupt ein Ball in Wien stattfinden wird.

„Ich war die vergangenen Jahre in der glücklichen Lage, am 11. November zu verkünden, wie wichtig die Ballsaison für die Stadt Wien ist. Aus den Studien, die wir jedes Jahr gemacht haben, ist klar herausgekommen, dass wir mit den Bällen eine Wertschöpfung in Höhe von 150 bis 155 Millionen Euro erzielen“, sagt Markus Grießler, Spartenobmann Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wiener Wirtschaftskammer, zum KURIER. „Dieser Betrag wird uns heuer fehlen. Denn wir können heute nicht davon ausgehen, dass die Ballsaison 2020/21 stattfinden wird. Ein Großteil der Bälle ist ja schon abgesagt. Ich glaube, dass die meisten Veranstalter nachziehen werden.“

Das „Erlebnis Ball“ sei mit Covid-Einschränkungen dem Kunden nicht zumutbar. Wenn man eine Location wie die Hofburg nur mit einem Drittel der Besucher füllen würde, wäre das ein Verlustgeschäft, sagt Grießler.

Ballbesucher sind in der Regel nicht knausrig. Sie geben 290 Euro pro Kopf aus, davon entfallen 180 Euro auf die Eintrittskarte und Verpflegung, der Rest entfällt auf Bekleidung, Friseurbesuch und Taxifahrten.

Christbaumkugeln, Glühwein und Weihnachtsmusik – eine richtige Goldgrube sind hierzulande die Advent- und Weihnachtsmärkte. Laut dem Standortberater RegioPlan erzielten die Weihnachtsmärkte zuletzt insgesamt rund 390 Millionen Euro Umsatz, etwa 60 entfielen auf den „Wiener Weihnachtstraum auf dem Rathausplatz“.

„Für mich als Touristiker ist es von allergrößtem Interesse, dass die Märkte stattfinden“, sagt der Eventmanager Grießler zum KURIER. „Da die Märkte Outdoor-Veranstaltungen sind, habe ich das gute Gefühl, dass sie stattfinden werden. Es wird mit mehr Security-Mitarbeitern darauf geachtet werden müssen, dass die Leute Abstand halten. Und es wird weniger Stände geben.“

Rund 100 Millionen Euro

Die 20 Wiener Christkindlmärkte mit mehr als 1.000 Ständen zählten im Vorjahr rund 4,6 Millionen Besucher. Das hat auch damit zu tun, dass die Wiener Wiederholungstäter sind. So besucht der Wiener im Schnitt einen Adventmarkt drei bis vier Mal und gibt pro Besuch rund 22 Euro aus. „In Summe ergibt das Ausgaben der Wiener Bevölkerung in der Höhe von rund 100 Millionen Euro. Hier sind die Ausgaben der Touristen noch gar nicht eingerechnet“, heißt es aus der Wirtschaftskammer.

Eine Million Besucher

In Salzburg zählte im vergangenen Jahr alleine der Christkindlmarkt am Domplatz eine Million Besucher und sorgte für eine Wertschöpfung in Höhe von rund 60 Millionen Euro. 30 Prozent der Besucher, sagt der Verein der Salzburger Christkindlmärkte, kamen aus dem Ausland, vor allem aus Bayern und Baden-Württemberg. Die Mehrheit der Besucher stammte aus Salzburg und den angrenzenden Bundesländern.

Im Vorjahr besuchten zwei Millionen Menschen auch die Adventmärkte in Graz (siehe Seite 4). Jeder Besucher gab beim Weihnachtsmarktbesuch in Graz rund 40 Euro (Innenstadt) aus, 13 Euro davon alleine am Markt. 80 Prozent der Besucher kamen aus Graz bzw. Graz-Umgebung. Auch der Wiener Silvesterpfad lässt Jahr für Jahr die Kassen klingen. Im Vorjahr wurden an dieser Feiermeile 750.000 Besucher gezählt, die Ausgaben in Höhe von fast 74 Millionen Euro tätigten. Das macht knapp 100 Euro pro Kopf. Derzeit ist aber völlig unklar, ob der Silvesterpfad heuer überhaupt stattfinden kann.

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