© Austrian Airlines/Daniel Egger

Wirtschaft
03/15/2019

Abgehängt: Swiss zeigt Schwester AUA die Heckflossen

Österreich-Tochter muss sich verbessern, Technik dürfte ausgedünnt werden. Konzentration auf klassische Wartung.

von Kid Möchel, Dominik Schreiber

Zuversicht klingt eigentlich anders. Am Donnerstag brachte die Führungscrew der Austrian Airlines (7083 Mitarbeiter, 83 Flugzeuge) die Leistung des Geschäftsjahres 2018 auf den Boden. Es zeigte sich, dass das leichte Flattern im Ertragsbereich weiter anhält. Trotz eines leichten Passagierplus sank das bereinigte Betriebsergebnis um elf Prozent auf 83 Millionen Euro. Es wäre sogar um die Hälfte noch schlechter ausgefallen, hätte man die Bilanzierung der Triebwerks-Wartungskosten (40,5 Mio. Euro) nicht geändert.

Statt eines Einmaleffektes werden diese Kosten nun auf sechs Jahre verteilt abgeschrieben. Unterm Strich beträgt die Ergebnis-Marge 3,8 Prozent. Damit bleibt die AUA das lahme Entlein in der Lufthansa-Gruppe. Die Lufthansa selbst erzielte elf Prozent, die Schwester Swiss zwölf Prozent.

„Die AUA hat zwar in den vergangenen zehn Jahren eine erhebliche Flughöhe erreicht, aber es braucht deutlich mehr Schub“, sagte Finanzvorstand Wolfgang Jani. Einerseits haben die hohen Treibstoffkosten die Bilanz 2018 belastet, andererseits haben die Flugverspätungen Kosten in zweistelliger Millionenhöhe verursacht. Der Luftkampf mit den Billig-Airlines wird sich weiter verschärfen. „Wir erwarten auch heuer ein nicht so einfaches Jahr. Das Ergebnis wird schmäler ausfallen“, räumte Jani ein.

Eigentlich sollte die Flotte der AUA verjüngt werden. Die 18 Turboprop-Modelle (Dash) werden in zwei Jahren endgültig durch zehn Airbus A320 ersetzt. Vor allem die zwölf Langstrecken-Flugzeuge (Boeing 767, 777) fliegen langsam auf den 30er zu. „Je älter ein Flugzeug ist, desto höher sind die Wartungskosten“, sagt der Luftfahrt-Experte Kurt Hofmann. Die Mutter Lufthansa hat 20 Boeing 787 und 20 Airbus A350 geordert, die 2022 ausgeliefert werden. Die neuen Flieger verbrauchen bis zu 20 Prozent weniger Kerosin. Die AUA wird nur dann zum Zug kommen, wenn sich ihr Betriebsergebnis zumindest verdoppelt. Dazu muss die Airline noch etliche Hausaufgaben machen.

Sparprogramm im Anflug

AUA-Chef Von Hoensbroech mit Kampfansage

Das Zehn-Punkte-Programm nennt sich #Drive-To25. Die gesamten Einsparungen und Effizienzsteigerung sollen sich mit rund 30 Millionen Euro zu Buche schlagen. So soll sich die AUA-Technik (1000 Mitarbeiter) künftig um die Wartung eigener Maschinen kümmern und die Lohnwartung für externe Kunden soll reduziert werden.

„Wir schauen uns an, was ist Kerngeschäft und was kann jemand anderer besser machen“, sagte AUA-Chef Alexis von Hoensbroech. Tätigkeiten „außerhalb der klassischen Wartung könnten rausfliegen“. Aber auch die Wartung könnte zum Teil ausgelagert werden. Die Swiss hat kürzlich einen Airbus A350 in Jordanien warten lassen, die Lufthansa einen A380 in Manila überholen lassen.

In der AUA-Technik gab es laut Gewerkschaft GPA am Donnerstagnachmittag eine Informationsveranstaltung für die Mitarbeiter.