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Wirtschaft
02/10/2021

Abgasskandal: Prozess rund um Sammelklage in Graz

VKI fordert 20 Prozent des Auto-Kaufpreises als Schadenersatz.

von Kid Möchel, Dominik Schreiber

Heute, Mittwoch, steht am Landesgericht Graz ein brisanter Zivilprozess auf der Tagesordnung. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) klagt in einer Sammelklage für 1.205 Fahrzeugbesitzer den Autobauer VW auf Schadenersatz wegen der Manipulation der Abgaswerte. In diesem Verfahren geht es um 7,2 Millionen Euro Schaden.

Der VKI hat insgesamt 16 Sammelklagen für 10.000 geschädigte Fahrzeughalter und mit einem Schadensvolumen in Höhe von 60 Millionen Euro eingebracht.

Anders als in Deutschland ist VW hierzulande nicht auf der Suche nach einer außergerichtlichen Einigung.

„Es tut sich hinsichtlich eines Vergleichs gar nichts. VW ist seit Monaten nicht einmal in der Lage, auf eine Frage des Handelsgerichts zu antworten, ob sie an einer Mediation teilnehmen würden oder nicht“, sagt VKI-Jurist Thomas Hirmke zum KURIER. „Offenbar ist VW nicht bereit, an einen Vergleich in Österreich zu denken.“ Der VKI klagt 20 Prozent des Auto-Kaufpreises als Schaden ein. Demnach haben die Betroffenen zu viel für ihre Autos hingeblättert.

„Denn wenn sie gewusst hätten, dass die Abgaswerte manipuliert sind, hätten sie diesen Kaufpreis nicht bezahlt“ sagt Hirmke.

Die VKI-Verfahren haben im Dezember 2020 einen kräftigen Schub erhalten. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat die verwendete Abgas-Software von VW als illegal eingestuft und klargestellt, dass die Emissionsgrenzwerte auch unter normalen Nutzungsbedingungen eingehalten werden müssen.

Während in Österreich prozessiert wird, scheint VW in Deutschland die Causa schon ausgestanden zu haben. So wurde im Vorjahr ein Mustervergleich zwischen VW und dem Bundesverband für Verbraucherzentralen für 245.000 Fahrzeughalter geschlossen und finanziell abgegolten. Die Autobesitzer erhielten bis zum Jahreswechsel 2020/21 mehr als 750 Millionen Euro. Pro betroffenem Fahrzeug und je nach Fahrzeug-Alter hat VW 1.350 und 6.250 Euro bezahlt. Hirmke: „In Deutschland sind rund 15 Prozent des Kaufpreises von VW im Musterfestellungs-Verfahren bezahlt worden.“

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