Es wird wieder etwas mehr Geld ausgegeben

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Wirtschaft
07/22/2021

ABB hebt nach Gewinnsprung im zweiten Quartal die Prognose an

Erholung der Weltkonjunktur und Kostensenkungen haben dem Elektrotechnikkonzern einen Schub verliehen - Gewinn um 136 Prozentgestiegen

Die Erholung der Weltkonjunktur und Kostensenkungen haben dem Elektrotechnikkonzern ABB einen Schub verliehen. Der Gewinn schnellte im zweiten Quartal 2021 um 136 Prozent auf 752 Mio. Dollar (638,8 Mio. Euro) Dollar hoch, wie ABB am Donnerstag mitteilte. ABB hob nun die Prognose fĂŒr das Gesamtjahr erneut an und erwartet neu ein um WechselkurseinflĂŒsse sowie KĂ€ufe und VerkĂ€ufe von GeschĂ€ftsbereichen bereinigtes Umsatz-Plus von knapp unter 10 Prozent.

Bisher hatte das Management einen Anstieg um mindestens 5 Prozent in Aussicht gestellt. Die operative Marge dĂŒrfte stark zulegen.

Analysten hatten einer Erhebung des Schweizer Unternehmens zufolge durchschnittlich einen Gewinn von 661 Mio. Dollar prognostiziert. Beim operativen Ergebnis zahlte sich im zweiten Quartal der Umbau von Konzernchef Björn Rosengren aus, der das Unternehmen auf Rendite trimmen will. So kletterte die operative Marge auf 15,0 (Vorjahreszeitraum 10,6) Prozent.

Damit erreichte ABB nicht nur den höchsten Wert seit 2008, sondern auch die von Rosengren ausgerufene Vorgabe von 15 Prozent. "Die merklich höhere operative Ebita-Marge spiegelt die Belebung der Nachfrage sowie die verbesserte interne Effizienz und unsere starke Position in den Bereichen Elektrifizierung und Automation wider", erklÀrte der Manager.

Manager setzten auf Effizienzsteigerung 

Rosengren hatte den einzelnen GeschĂ€ften auf Kosten der Konzernzentrale mehr Eigenverantwortung ĂŒbertragen. Gleichzeitig machte der Schwede seinen Managern klar, dass sie auch kurzfristig an den Margen gemessen wĂŒrden, wie ein Insider sagte. Entsprechend setzten sie auf Effizienzsteigerungen und drehten an der Kostenschraube.

Der Umsatz stieg im zweiten Jahresviertel gegenĂŒber der Vorjahresperiode um 21 Prozent auf 7,45 Mrd. US-Dollar und der Auftragseingang um 32 Prozent auf 7,99 Mrd. Dollar. Auf vergleichbarer Basis waren die Wachstumsraten mit 14 Prozent bzw. 24 Prozent etwas geringer. Dennoch hat ABB an Tempo zugelegt. Im ersten Quartal wuchsen Umsatz und Auftragseingang noch um 11 beziehungsweise 6 Prozent und auf vergleichbarer Basis um 7 beziehungsweise 1 Prozent.

Starke Beeinflussung von der Pandemie 

Die hohen Wachstumsraten sind allerdings vor dem Hintergrund zu sehen, dass das zweite Quartal 2020 besonders vom Ausbruch der Coronapandemie betroffen war und fĂŒr ABB zweistellige EinbrĂŒche von Umsatz und Auftragseingang bedeuteten. Auch der Gewinn wurde im Vorjahr stark von der Pandemie beeinflusst.

Mit seinem Portfolio ist ABB schon seit je her in stetem Wandel. Bekanntlich stehen derzeit die Divisionen Turbocharging, Mechanical Power Transmission und Power Conversion im Schaufenster. Außerdem wird derzeit das E-Mobility-GeschĂ€ft mit Blick auf einen möglichen Börsengang in eine eigene Division ausgegliedert, und erst vor zwei Tagen wurde die Übernahme der spanischen Roboterfirma Asti Mobile Robotics bekanntgegeben.

Rosengren zuversichtlich

Rosengren zeigt sich anlĂ€sslich der PrĂ€sentation der Halbjahreszahlen zuversichtlich, was die Devestitionen angeht. "Wir haben gute Fortschritte bei den angekĂŒndigten PortfolioverĂ€nderungen erzielt", so der CEO laut Mitteilung. "Ich gehe davon aus, dass wir im dritten Quartal eine Vereinbarung ĂŒber eine VerĂ€ußerung bekanntgeben können."

Außerdem freue es ihn, dass die verstĂ€rkte Ausrichtung auf akquisitorisches Wachstum FrĂŒchte trage, meinte er mit Blick auf die Übernahme von Asti. Er erwartet mehr solcher kleinen bis mittleren ErgĂ€nzungsakquisitionen, sobald die Divisionen ihre Übernahme-Pipelines ausgebaut haben.

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