Geschädigte Anleger wollen Mirko Kovats in die Pflicht nehmen.

© APA/GEORG HOCHMUTH

Handelsgericht
10/17/2013

A-Tec-Anleger klagen Firmenboss Kovats auf Schadenersatz

Vor drei Jahren ging der A-Tec-Konzern pleite. Jetzt wollen sich Aktionäre ihr Geld zurückholen.

von Kid Möchel

Vor genau drei Jahren schlitterte der Mischkonzern A-Tec Industries um Mirko Kovats mit Bomben und Granaten in die Pleite. Insolvenzverwalter Matthias Schmidt anerkannte letztendlich 461 Millionen Euro Forderungen, die Gläubiger erhielten 39 Prozent Quote, etwa 180 Millionen Euro. Diese Summe wurde aus dem Verkauf der A-Tec-Töchter erlöst. Das Insolvenzverfahren wurde damit beendet. Schmidt fungiert jetzt als A-Tec-Treuhänder und will noch eine Restquote von einem bis drei Prozent für die Gläubiger erlösen.

Den A-Tec-Aktionären, die Firmenboss Kovats persönlich auf Schadenersatz klagen wollen, läuft langsam die Zeit davon. Denn: Schadenersatzansprüche verjähren in der Regel nach drei Jahren. Stichtag dafür ist der Zeitpunkt des Schadenseintritts. Da der oft strittig ist, setzen Anwälte vorsichtshalber als frühesten Stichtag die Insolvenzeröffnung am 20. Oktober 2010 an.

So hat Anlegeranwalt Michael Poduschka, der 200 A-Tec-Geschädigte vertritt, die ersten sieben Klagen gegen Kovats am Handelsgericht Wien eingebracht. Dem früheren Industriekapitän wird vorgeworfen, die Anleger in zumindest acht Fällen mit Ad-hoc-Meldungen über die Lage des Konzerns in die Irre geführt zu haben bzw. meldepflichtige Interna nicht veröffentlicht zu haben.

Auch soll Kovats in der A-Tec-Bilanz 2005 „ein unrichtiges Bild der Vermögens- und Ertragslage vermittelt“ und durch eine Dividendenausschüttung dem Konzern Liquidität entzogen haben.

Umstrittene Bilanz

So soll er die Dividendenausschüttung im Jahr 2007 (19,8 Millionen Euro) mit der „erfolgreichen Geschäftslage“ begründet haben, knapp die Hälfte davon kassierte eine seiner Privatstiftungen. Laut den Klagen konnte A-Tec im Jahr 2006 aber nur deshalb einen Bilanzgewinn ausweisen, weil die Verschmelzung mit der Austria Energy & Environment zu einem „Aufwertungsgewinn“ in den Büchern führte. Ohne diese Aufwertung wäre das Ergebnis negativ gewesen,behauptet Poduschka. Hätten die Anleger das gewusst, hätten sie keine A-Tec-Aktien gekauft.

„Wir sehen den Klagen gelassen entgegen“, kontert Anwalt Michael Herzer, der Kovats vertritt. Die erhobenen Vorwürfe sind falsch. Die Dividenden-Ausschüttung unterlag der Kontrolle von Wirtschaftsprüfern und Gutachtern, auch die Vermögens- und Ertragslage in den Bilanzen sei richtig dargestellt worden. Poduschka stütze seine Klagen lediglich auf die Verdachtslage in einem Hausdurchsuchungsbefehl der Staatsanwaltschaft Wien vom Oktober 2011. Diese ermittelt gegen Kovats und weitere Personen u.a. wegen des Verdachts des Betruges und der betrügerischen Krida.

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