Thomas Winkler, Vorstandschef der UBM Development AG

© Kurier/Juerg Christandl

Wirtschaft
04/12/2019

700 Zimmer: "In Wien entsteht das größte Hotel, das wir je entwickelt haben"

Der Immobilienentwickler UBM fährt ein Rekordergebnis ein und überrascht die Mitarbeiter mit einer Osterprämie.

von Kid Möchel

Für die rund 300 Mitarbeiter des börsennotierten Wiener Immobilien-Entwicklers UBM gab es bereits am Donnerstag eine Osterüberraschung. Aufgrund eines weiteren Rekordergebnisses im Geschäftsjahr 2018 erhält jeder 1.000 Euro Prämie.

UBM kann sich das locker leisten. Im Vorjahr hat der Konzern Immobilien im Wert von 660 Millionen Euro verkauft und 200 Millionen Euro Cash auf der hohen Kante. Zugleich wurden aber auch 530 Millionen Euro in Projekte investiert.

Bis 2022 sind die Pläne schon ausgerollt. 16 Hotels mit 4.200 Zimmern und 3.500 Wohnungen sind in der Planung oder bereits in der Umsetzung. Dazu wurden in den sieben wichtigsten deutschen Großstädten, in Wien und polnischen Metropolen Liegenschaften angekauft. Aber auch in Prag werden ein Hotel und 305 Apartments hochgezogen.

Zwei Millionen Kongressteilnehmer pro Jahr in Wien

„Der persönliche Eindruck, es gibt schon genügend Hotels, führt in die Irre“, sagt UBM-Chef Thomas Winkler zum KURIER. „Die Hotelprojekte werden uns nicht ausgehen.“ Alleine in Wien gibt es im Jahr zwei Millionen Kongressteilnehmer und ein Nächtigungsplus von sechs Prozent. Der Städtetourismus bleibt ein Megatrend, die Buchungssysteme der großen Hotelketten verdrängen aber die privaten Betreiber.

In Wien hat UBM im Vorjahr eine 23.000 Quadratmeter große Liegenschaft nahe am Donaukanal im zweiten Gemeindebezirk erworben. Das Projekt wurde „LeopoldQuartier Vienna“ getauft und soll ab 2020 umgesetzt und 2022 fertiggestellt werden.

„Hier in Wien entsteht mit mehr als 700 Zimmern das größte Hotel, das wir je entwickelt haben“, sagt Winkler. Dazu kommen noch rund 700 Wohnungen. Am Ende soll ein Verkaufswert in Höhe von zumindest 450 Millionen Euro eingespielt werden.

Strategie umsetzen

Das Erfolgsrezept von UBM ist eigentlich kein Geheimnis. „Ich setze einfach konsequent unsere Strategie um“, sagt Winkler. „Wir sind am Ende des Tages im Hotel- und Wohnungsbereich Profiteure von einer prognostizierten Krise, die so nicht stattfinden wird.“

Investoren aus Südkorea

Vor allem institutionelle Investoren aus Übersee (Amerika, Asien) legen ihr Geld in europäische Immobilien an – als eine Art sicherer Hafen. UBM-Projekte sind mittlerweile bei Investoren aus Südkorea beliebt. Diese Anleger hat es unter anderem aufgrund des Brexit-Wirbels von London nach Kontinentaleuropa verschlagen.

So kann sich UBM den Luxus leisten, lukrative Einnahmen vorab zu sichern, in dem die Hälfte der Projekte lange vor Fertigstellung an Investoren verkauft wird. Für diese komfortable Sicherheit (Forward-Verkäufe) verzichtet Winkler auf etwaige höhere Gewinne, die aber auch mit mehr Risiko verbunden wären.

 

Kommunikative Büros

Künftig will Winkler auch den Anteil von Bürogebäuden wieder von 20 Prozent auf 30 Prozent erhöhen. Denn der vorausgesagte Trend zum Homeoffice, sprich dem Arbeitsplatz zu Hause, hat sich nicht wirklich durchgesetzt. Im Gegenteil. Es gibt eine Nachfrage nach Büros mit weitläufigen Gemeinschafts- und Kommunikationsräumen für den entspannten Plausch mit Kollegen oder das gemeinsame Mittagessen.

„Wir hatten uns, weil wir Konjunkturszenarien aufgesessen sind, bei der Entwicklung von Büros defensiv eingestellt“, räumt Winkler unverblümt ein. „Diese Untergewichtung kriegt man aber nicht so schnell wieder raus.“

Der UBM-Konzern

Die UBM Development AG wurde 1873 als Union Baumaterialien Gesellschaft gegründet, Hauptaktionär ist eine Gesellschaft der Tiroler Unternehmerfamilie  Ortner (Porr). Die UBM notiert an der Wiener Börse. Die Betriebsleistung betrug im Vorjahr fast 898 Millionen Euro, das EBT 55 Mio. Euro und der Nettogewinn 39,5 Mio. Euro. Das Eigenkapital wird mit 436,3 Mio. Euro beziffert, die Eigenkapitalquote 35,3 Prozent. Die Nettoverschuldung wurde um 11,7 Prozent auf  422 Mio. Euro gesenkt. Die Dividendenrendite beträgt sechs Prozent. Die Aktionäre erhalten 2,2 Euro pro Aktie.

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