Wirtschaft
01.03.2018

6,6 Prozent weniger Arbeitslose im Februar

Die Arbeitslosenzahl sank im Februar auf 444,426 Menschen. Die Arbeitslosenquote lieg damit bei 9,0 Prozent. Österreich fällt im EU-Vergleich aber zurück.

Die sibirische Kälte lässt auch den Arbeitsmarkt nicht unberührt. "Einer der kältesten Februare der letzten Jahrzehnte folgte auf einen der wärmsten Jänner der Messgeschichte. Diese meteorologische Besonderheit zeigt sich am Bauarbeitsmarkt deutlich", sagte AMS-Chef Johannes Kopf.

Während die Bauarbeitslosigkeit Ende Jänner um mehr als 11.000 Personen bzw. 14 Prozent sank, betrug der Rückgang Ende Februar nur 2.039 bzw. rund 3 Prozent. Auch Ferientermine zeigen sich am Arbeitsmarkt: So ist laut Kopf damit zu rechnen, dass Ende März, bedingt durch die heuer früheren Osterferien, vor allem die Tourismusarbeitslosigkeit stark sinken wird.

Auf die Arbeitslosenstatistik insgesamt hat sich die gute Konjunkturlage in Österreich erneut "sehr erfreulich" ausgewirkt, so Kopf. Inklusive AMS-Schulungsteilnehmern waren Ende Februar 444.426 Personen auf Arbeitssuche, um 6,6 Prozent weniger als im Jahr davor. Von der Erholung am Arbeitsmarkt profitierten Männer (-6,9 Prozent) etwas mehr als Frauen (-6,1 Prozent).

Junge profitieren stärker

Besonders deutlich war der Rückgang bei Jugendlichen, wo sich die Arbeitslosigkeit um 7,6 Prozent verringerte. Doch auch bei Personen im Haupterwerbsalter zwischen 25 und 49 Jahren sank die Zahl der Arbeitslosen um 7,3 Prozent. Bei den Langzeitbeschäftigungslosen gab es einen deutlichen Rückgang um 12,3 Prozent.

Benachteiligter waren einmal mehr ältere Personen, wenngleich es auch hier einen Rückgang um 4,3 Prozent gab. Deutlich schwieriger, sich erfolgreich in den Arbeitsmarkt zu integrieren, hatten es Ausländer. Während die Zahl der Arbeitslosen bei Inländern im Jahresvergleich um 9,3 Prozent zurückging, verringerte sie sich bei Ausländern nur um 0,4 Prozent. Auch bei Personen mit Behinderung ging die Arbeitslosenzahl lediglich um 2,5 Prozent zurück.

Im Bundesländervergleich zeigt sich ein Ost-West-Gefälle: Während sich die Zahl der Arbeitslosen inklusive Schulungsteilnehmern in Tirol um 12,3 Prozent verringerte, war der Rückgang in Wien mit 3,2 Prozent am geringsten.

Nach Branchen betrachtet kam es im Februar überall zu rückläufigen Arbeitslosenzahlen, wenngleich mit unterschiedlichen Ausprägungen. Am höchsten war dieser im Bereich "Herstellung von Waren" (-14,8 Prozent), in der Gastronomie (-11,2 Prozent), im Handel (-11,1 Prozent) und im Gesundheits- und Sozialwesen (-10,5 Prozent), am geringsten am Bau (-3,1 Prozent) sowie im Bereich Verkehr (-7,7 Prozent).

An der Entwicklung der offenen Stellen zeige sich, dass der Aufwärtstrend in der österreichischen Wirtschaft anhalte, so Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) am Donnerstag laut einer Aussendung. Die Zahl der gemeldeten sofort verfügbaren offenen Arbeitsplätze lag Ende Februar mit 62.867 um 27 Prozent über dem Vorjahreswert.

Lehrstellen gesucht

Am Lehrstellenmarkt gibt es nach wie vor mehr Lehrstellensuchende (5.047) als sofort verfügbare offene Stellen (4.947). Ein Überhang an freien Lehrplätzen besteht in Tirol und Salzburg, hier vor allem durch die Nachfrage in Tourismusberufen, aber auch in Oberösterreich. Deutlich mehr Lehrstellensuchende als offene Lehrstellen gibt es in Wien.

"Ein Blick auf die Detailzahlen bestätigt, dass vor allem Personen mit geringer formaler Ausbildung - über alle Alterskategorien hinweg - auch in Zukunft Schwierigkeiten haben werden, am primären Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen", so Ministerin Hartinger-Klein. Zwar haben sich die Arbeitslosenzahlen bei Personen mit Lehrausbildung (-9,4 Prozent auf 140.410 ) bzw. maximal Pflichtschulausbildung (-6,2 Prozent auf 206.735) stark reduziert, in absoluten Zahlen sind hier aber deutlich mehr Menschen arbeitslos als bei Personen mit akademischer Ausbildung (-0,2 Prozent auf 29.425).

Österreich fällt auf elften Platz in EU zurück

Österreich ist im Jänner bei der Arbeitslosigkeit im EU-Vergleich weiter zurückgefallen. Mit 5,5 Prozent verzeichnete Österreich nur mehr die elftniedrigste Arbeitslosenrate in der EU, im Dezember lag Österreich noch auf Platz neun. Die Eurozone lag im Jänner unverändert gegenüber Dezember bei 8,6 Prozent - die niedrigste Arbeitslosigkeit seit Dezember 2008, wie Eurostat Donnerstag mitteilte.

Für Österreich hatte Eurostat im Dezember noch eine Quote von 5,3 Prozent verzeichnet, mittlerweile wurde auch der Dezember-Wert auf 5,5 Prozent korrigiert. Vor einem Jahr - im Jänner 2017 - hatte Österreich mit 5,7 Prozent allerdings eine noch höhere Quote verzeichnet. Damals lag die Arbeitslosenrate in der Eurozone bei 9,6 Prozent.

Niedrigste EU-Quote seit 2008

In der gesamten EU lag die Arbeitslosenquote im Jänner unverändert gegenüber Dezember bei 7,3 Prozent. Dies ist ein Rückgang gegenüber 8,1 Prozent im Jänner 2017. Für die EU ist es die niedrigste Quote, die seit Oktober 2008 verzeichnet wurde.

Die niedrigsten Arbeitslosenraten verzeichneten im Jänner Tschechien (2,4 Prozent), Malta (3,5 Prozent) und Deutschland (3,6 Prozent). Die höchsten Quoten vermeldeten weiter Griechenland (20,9 Prozent) und Spanien (16,3 Prozent). Über ein Jahr betrachtet fiel die Arbeitslosenquote in allen EU-Staaten, am stärksten in Zypern, Griechenland, Kroatien, Portugal und Spanien.

Die Jugendarbeitslosenrate lag im Jänner in der EU bei 16,1 Prozent und im Euroraum bei 17,7 Prozent, gegenüber 17,6 Prozent bzw. 19,9 Prozent im Jänner 2017. Österreich verzeichnete mit 9,4 Prozent einen leichten Rückgang gegenüber 9,5 Prozent im Dezember. Die niedrigsten Jugendarbeitslosenquoten verzeichneten Tschechien (5,8 Prozent), Estland (6,5 Prozent) und Deutschland (6,6 Prozent), die höchsten Griechenland (43,7 Prozent), Spanien (36,0 Prozent) und Italien (31,5 Prozent).