Der Firmensitz des Baukonzerns Porr in Wien.

© APA - Austria Presse Agentur

Wirtschaft
04/26/2021

42 Millionen Euro Verlust bei Baukonzern Porr

Die Corona-Pandemie hat dem Unternehmen ein Loch gerissen, der Auftragsbestand ist aber auf einem Allzeithoch.

Der Baukonzern Porr hat das vorige Jahr wegen "massiver Einschränkungen durch die Covid-19-Pandemie und Neubewertungen von Projekten" mit einem zweistelligen Verlust abgeschlossen.

Das Minus betrug 42,4 Mio. Euro, nach 27,8 Mio. Gewinn im Jahr davor, teilte das Unternehmen Montagfrüh mit. Seit Herbst hatte Porr selbst für 2020 zwischen 45 und 55 Mio. Euro Verlust erwartet. Die Porr beschäftigt knapp über 20.000 Mitarbeiter.

Neben Leistungsstörungen und Betriebsunterbrechungen kam es laut Porr in allen Märkten zu Projektverschiebungen durch Reisebeschränkungen, lokale Lockdowns und Ausfälle von Subunternehmen.

Dennoch erhöhte Porr den Auftragsbestand um 12,2 Prozent auf 7,067 Mrd. Euro, einen historischen Höchststand. Der Auftragseingang wuchs gegenüber Ende 2019 um 8,6 Prozent auf 5,905 Mrd. Euro.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) brach von 216,2 Mio. auf 131,4 Mio. Euro ein, das Ergebnis vor Steuern (EBT) drehte von positiven 37,4 Mio. Euro auf 51,0 Mio. Euro ins Minus.

Die Produktionsleistung sank um 6,9 Prozent, von 5,570 Mrd. auf 5,185 Mrd. Euro, und soll heuer - wie bereits seit Herbst erwartet - zwischen 5,3 und 5,5 Mrd. Euro liegen, bekräftigte der Konzern. Wichtigste Märkte von Porr blieben mit 71 Prozent Anteil Österreich und Deutschland. Weiterhin von hoher Dynamik geprägt sei der Wohnbau in diesen zwei Ländern und der Schweiz. Die Umsatzerlöse gaben im Vorjahr um 4,7 Prozent auf 4,562 Mrd. Euro nach.

Für heuer strebt Porr weiter eine positive EBT-Marge von 1,3 bis 1,5 Prozent an, hieß es am Montag - das hatte der Bauriese auch schon im November zu den Neunmonatszahlen erklärt.

Weniger Schulden, keine Dividende

Der Bestand an liquiden Mitteln wurde mit 583 Mio. Euro auf dem Vorjahresniveau gehalten. Die Nettoverschuldung senkte Porr signifikant um 60,5 Prozent auf 137 Mio. Euro. Die Eigenkapitalquote habe man trotz des negativen Ergebnisses um 2,1 Prozentpunkte auf 18,5 Prozent verbessern können.

Auch für 2020 wird es keine Dividende geben - für 2019 war sie trotz eines Gewinns wegen der Coronakrise gestrichen worden. Das ändere aber nichts an der Dividendenpolitik der Porr, die bei einem positiven Ergebnis unverändert an einer Ausschüttungsquote von 30 bis 50 Prozent festhält, wird betont.

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