Wirtschaft 01.02.2012

384.298 Menschen Ende Jänner ohne Job

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Die Quote stieg gegenüber dem Jänner 2011 um 1,5 Prozent. EU-weit hat Österreich weiterhin die mit Abstand niedrigste Arbeitslosigkeit.

384.298 Menschen in Österreich waren Ende Jänner ohne Arbeit, um 1,5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Gleichzeitig war aber auch die Anzahl der Beschäftigten um 55.000 höher als vor einem Jahr. Von den Menschen, die derzeit keine Arbeit haben, sind 318.027 als Arbeitslose registriert (+8.443 oder +2,7 Prozent), 66.271 nehmen an Schulungen teil. Damit ist die Anzahl der Schulungsteilnehmer im Jahresabstand um 4,2 Prozent gesunken. Die Arbeitslosenquote beträgt nach österreichischer Berechnungsmethode 8,6 Prozent und ist damit um 0,1 Prozentpunkte gestiegen. Nach EU-Berechnung betrug die österreichische Arbeitslosenquote im Dezember - das ist der aktuellste verfügbare Wert - 4,1 Prozent. Österreich hat damit weiterhin mit die mit Abstand niedrigste Arbeitslosigkeit in der EU.

Mehr Leiharbeiter ohne Job

Jeder dritte Arbeitslose habe bereits eine Einstellungszusagen eines Unternehmens und werde daher in den nächsten Wochen wieder zu arbeiten beginnen, heißt es in einer Mitteilung des Sozialministeriums. Frauen (+4,7 Prozent) sind vom Anstieg der Arbeitslosigkeit stärker betroffen als Männer (+1,7 Prozent). Das liegt daran, dass in einigen männerdominierten Wirtschaftszweigen die Arbeitslosigkeit noch immer sinkt: Überraschend seien trotz der Kälte die sinkenden Arbeitslosenzahlen am Bau, wo um 2,1 Prozent weniger Arbeitslose zu verzeichnen waren. In der Industrie ging die Arbeitslosigkeit um 2,4 Prozent zurück. Die internationale Konjunkturflaute trifft in der Industrie vor allem die Leiharbeitskräfte: Bei der Leiharbeit stieg die Arbeitslosigkeit am stärksten von allen Branchen mit +10,1 Prozent.

Situation in Wien

In Wien ist die Arbeitslosigkeit im Jänner deutlich gestiegen: Mit Monatsende waren 91.908 Personen ohne Job, das sind um 4,9 Prozent mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres, informierte das AMS Wien. Ein Plus wurde auch bei der Zahl der Schulungsteilnehmer vermeldet: Im Vormonat nahmen 24.787 Betroffene das Angebot in Anspruch. Das sind um 5,8 Prozent mehr als im Jänner 2011. Nimmt man Arbeitslose und Schulungen zusammen, so gab es um 5,1 Prozent mehr Personen ohne Job.

Kurzarbeit

"Die Lage am österreichischen Arbeitsmarkt bleibt weiter stabil", kommentierte Sozialminister Rudolf Hundstorfer den Anstieg der Jänner-Arbeitslosenzahl. Sollte sich die Konjunktursituation verschärfen, sei "zur Stunde" genug Geld vorhanden, um mit Kurzarbeit reagieren zu können, sagte Hundstorfer in einem Interview mit dem Ö1-Mittagsjournal. Nicht ganz so positiv bewertet AK-Chef Herbert Tumpel die jüngste Arbeitsmarktstatistik. Vor allem für Leiharbeiter, Frauen, junge Erwachsene und ältere Arbeitnehmer hätten sich die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt besonders eingetrübt, stellte Tumpel fest.

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Erstellt am 01.02.2012