Swarovski-Besch├Ąftigte bei der Mahnwache am Freitag

┬ę APA - Austria Presse Agentur

Wirtschaft
09/04/2020

350 Swarovski-Mitarbeiter bei "Mahnwache"

Vor Gesellschafterversammlung gibt Unternehmen erneut klares Bekenntnis zum Standort Wattens ab.

Vor der mit Spannung erwarteten Gesellschafterversammlung beim Tiroler Kristallkonzern Swarovski versammelten sich rund 300 bis 400 Mitarbeiter zu einer Mahnwache gegen den geplanten Stellenabbau. Die Mitarbeiter zogen still und mit Schutzmasken ausgestattet vom Portier der Swarovski-Zentrale ├╝ber die Swarovski-Stra├če zum Marie Swarovski Haus, wo die Versammlung stattfand.

Auf Plakaten war etwa "Kein Macht-Poker auf dem R├╝cken der Belegschaft", "Jeder Arbeitsplatz hat ein Gesicht", "Wir sind Swarovski" oder "Bitte sagt Nein zum Weggang" zu lesen.

Vor dem Tor zum Marie Swarovski Haus sprachen einige Swarovski-Familienmitglieder mit den "Demonstranten" und begr├╝├čten sie mit den Worten "Super, dass ihr da seid". Daniel Swarovski sagte zu den Besch├Ąftigten: "Wir wollen, dass Wattens absolut abgesichert ist", und Nadja Swarovski meinte: "Wir stehen f├╝r Wattens". Dazu, wie glaubhaft diese Aussagen waren, gingen die Meinungen bei den versammelten Besch├Ąftigten auseinander. Gegen 9.00 Uhr l├Âste sich die Mahnwache dann zunehmend auf.

Bekenntnis zu Wattens

Die Ger├╝chte ├╝ber eine m├Âgliche, schrittweise Abwanderung in die Schweiz oder gar Schlie├čung des Standortes wurden von der Gesch├Ąftsf├╝hrung erneut "klar zur├╝ckgewiesen". "Auch das Vehikel, welches die Gruppe zuk├╝nftig b├╝ndelt, wird weiterhin den Sitz in Tirol haben", hie├č es in einer Aussendung. An den Pl├Ąnen zur ├ťberarbeitung der rechtlichen Struktur des Unternehmens sowie der bereits gestarteten strategischen Neuausrichtung soll festgehalten werden.

Der Kristallkonzern hatte im Juli angek├╝ndigt, im Herbst in Wattens von den derzeit noch bestehenden 4.600 Stellen weitere 1.000 abzubauen. Mittelfristig w├╝rden am Hauptsitz rund 3.000 Menschen besch├Ąftigt sein. Denn bis 2022 soll sich der Mitarbeiterstand noch einmal um 600 Stellen verringern. Dabei handle es sich jedoch um keine Verlagerung, sondern um eine "zwar schmerzliche, aber notwendige" Redimensionierung und Kapazit├Ątsanpassung, die nicht nur Wattens treffe sondern weltweit ├╝ber alle Standorte hinweg durchgef├╝hrt wird, erkl├Ąrte die Gesch├Ąftsf├╝hrung zu dem Stellenabbau am Freitag in einer Aussendung.

 

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