© EPA/MARTEN VAN DIJL

Wirtschaft

15 Jahre nach Verschmutzung: Shell zahlt 15 Millionen in Nigeria

Einigung mit Umweltschutzorganisation betrifft Verseuchungen aus den Jahren 2004 bis 2007

12/23/2022, 01:43 PM

Der britische √Ėlkonzern Shell wird 15 Millionen Euro an Dorfgemeinschaften in Nigeria f√ľr Sch√§den durch √Ėl-Verseuchungen von 2004 bis 2007 bezahlen. Der Konzern und die niederl√§ndische Umweltschutzorganisation Milieudefensie einigten sich auf eine entsprechende Regelung, wie es in einer am Freitag ver√∂ffentlichten gemeinsamen Erkl√§rung hei√üt. Au√üerdem wurde in den √Ėl-Leitungen ein System installiert, das Lecks fr√ľhzeitig entdeckt.

Zur Einordnung der Bedeutung voin 15 Millionen Euro f√ľr den Konzern: Im zweiten Quartal 2022 hat der Konzern einen Rekordgewinn von 18 Milliarden Dollar (ca. 17 Milliarden Euro) erzielt.

Die Einigung ist Folge eines Gerichtsurteils vom vergangenen Jahr in Den Haag. Shell betonte in der Erklärung, der Vergleich sei "keine Anerkennung der Haftpflicht". Die Umweltorganisation sprach von Gerechtigkeit. "Unternehmen kommen nicht mehr davon mit Umweltverschmutzung und dem Ignorieren von Menschenrechten. Sie können zur Verantwortung gerufen werden", sagte Direktor Donald Pols. Milieudefenise zitiert auch einen der Kläger, Eric Dooh: "Dank dieser Entschädigung können wir unsere Gemeinschaft erneut gestalten."

Vor knapp 15 Jahren hatten Bauern aus dem Nigerdelta mit der Umweltschutzorganisation das Verfahren gegen Shell angestrengt, nachdem durch Lecks gro√üe Gebiete verseucht worden waren. 2021 hatte das Gericht ein Tochterunternehmen von Shell in Nigeria f√ľr haftbar erkl√§rt. Der Mutterkonzern sei nicht direkt haftbar, habe aber eine "Sorgfaltspflicht", urteilte das Gericht. Die Lecks sind zum gro√üen Teil Folge von Sabotage.

Shell hatte damals seinen Sitz in Den Haag. Seit 2022 ist Shell nur noch ein britisches Unternehmen mit Sitz in London.

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