Wellness
27.03.2017

Jetzt kommen Babys in die Kartonschachtel

Nicht immer sind es High-Tech-Erfindungen, die Leben retten: Eine einfache Schachtel kann das auch - und viele Neugeborene vor dem plötzlichen Säuglingstod retten.

Eine Kartonschachtel als erstes Babybett: Das klingt ein wenig hart – ist es aber überhaupt nicht. Im Gegenteil: Die Schachtel kann Leben retten – und Fälle von plötzlichem Säuglingstod (Sudden Infant Death Syndrome, SIDS) verhindern. In den USA sind die Boxen gerade im Trend: Nach Ohio und New Jersey verteilt auch Alabama ab dieser Woche kostenlose Baby-Boxen an alle künftigen Eltern, die ein Kind erwarten.

Die Schachteln können in lokalen Zentren abgeholt werden, auch zuschicken kann man sie sich lassen. Wobei die Kinder nicht auf hartem Karton liegen: Die Boxen sind mit einer festen Schaummatratze und auch einem Leintuch ausgestattet. Gleichzeitig erhalten die Eltern auch Informationsmaterial über SIDS, unter anderem Hinweise auf spezielle Online-Videos. Und es gibt natürlich auch schon Firmen, die sich auf die Produktion solcher Boxen spezialisiert haben,wie etwa "The Baby Box Company".

Eigenes Bettchen sollte sein

Babys sollten im elterlichen Schlafzimmer, aber in einem eigenen Bettchen schlafen. Damit kann das SIDS-Risiko gesenkt werden. Das ist vielen Eltern aber nicht bewusst – und sie sehen deshalb auch nicht die Notwendigkeit der Anschaffung eines eigenen kleinen Kinderbetts. Die Box kann das Kinderbett in der ersten Zeit ersetzen - und soll die Notwendigkeit für ein eigenes Bettchen bewusst machen. Sie ist aber nicht besser als ein Babybett.

In Finnland konnte mit einem ähnlichen Baby-Box-Programm seit 1936 die SIDS-Sterblichkeit stark gesenkt werden. Wobei die Box dort eine Startausrüstung fürs Babyleben (Kleidung, eine Decke, etc.) enthält – aber auch zum Schlafen verwendet werden kann.

In den USA sterben jährlich rund 3500 Kinder an SIDS. In Österreich ist die Zahl von SIDS-Fällen stark zurückgegangen – auf circa 40 pro Jahr. Experten sind überzeugt, dass durch die Vermeidung bekannter Risikofaktoren ein weiterer Rückgang möglich ist.

Die wichtigsten Vorsorgemaßnahmen

Das Baby nicht alleine lassen, das sorgt für Stress.

  • Legen Sie Ihr Baby während des Schlafs auf den Rücken.
  • Verwenden Sie eine feste Matratze für das Kinderbett.
  • Rauchen Sie nicht in der Schwangerschaft, und sorgen Sie für eine rauchfreie Umgebung ihres Babys.
  • Vermeiden Sie eine Überwärmung Ihres Kindes, die ideale Raumtemperatur liegt bei 18 bis 20 Grad. Bei höheren Temperaturen ziehen Sie dem Baby weniger an.

Mehr Informationen über Vorsorgemaßnahmen finden Sie hier.

Wenig Wissen über Ursachen

Der plötzliche Säuglingstod ist definiert als der unerwartete Tod eines bis dahin scheinbar gesunden Säuglings, für den selbst eine gründliche Obduktion keine Erklärung bringt.

SIDS ereignet sich ohne erkennbare Ursachen meist während des Schlafs und betrifft vor allem Babies im ersten Lebensjahr. Obwohl die eigentliche Ursache nach wie vor ungeklärt ist, glaubt man heute, dass ein Zusammentreffen von Regulationsschwächen des Babys und Umgebungsfaktoren zu SIDS führt. Erwiesen ist, dass durch die Vermeidung von Risikofaktoren SIDS verhindert werden kann.