Wellness
18.05.2017

Superfood-Diät: Baby stirbt an Unterernährung

Nachdem ein belgisches Paar selbst ihrem Baby eine Laktose- und Glutenintoleranz diagnostiziert hatte, fütterten sie dieses ausschließlich mit Superfood-Produkten. Nun ist das sieben Monate alte Baby gestorben.

Nach dem Tod ihres sieben Monate alten Sohnes müssen sich die Eltern nun vor einem belgischen Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, dass der Tod des Babys durch die Ernährungsumstellung auf so genannte Superfoods verursacht wurde. Weil die Eltern ihrem Baby eine Laktose- und Glutenintoleranz diagnostiziert hatten, fütterten sie dieses nur noch mit einem pflanzlichen Milchersatz, der beispielsweise aus Quinoa oder Hafer hergestellt wird.

Berichten in belgischen Medien zufolge soll die Mutter das Baby zunächst noch gestillt und ihm das Fläschchen gegeben haben, was dieses aber nicht vertragen hätte. Ohne einen Arzt aufzusuchen, stellten die Eltern kurzerhand die Ernährung des Babys um. Laut Angaben der Mutter vor Gericht habe sie immer wieder Gewichtsschwankungen bei ihrem Sohn bemerkt. Als sich dieser immer wieder übergeben musste, suchten die Eltern einen Homöopathen auf. Zu diesem Zeitpunkt soll das sieben Monate alte Baby nur noch rund 4,3 Kilogramm gewogen haben. Das ist in etwa die Hälfte des üblichen Gewichts für ein Kind in diesem Alter. Der Homöopath schickte die Eltern mit dem Baby sofort ins Krankenhaus. Doch bei der Ankunft war es bereits zu spät, der Bub war tot.

"Pathologisch unterernährt"

Die Staatsanwaltschaft fordert nun eine Haftstrafe von 18 Monaten für die Eltern. Ihre Vorstellungen von Medizin hätten ihrem Kind das Leben genommen. In einem Gutachten wird festgehalten, dass das Baby "pathologisch unterernährt" gewesen sei. Das Urteil soll Mitte Juli fallen.