Shea und ihre Partnerin.

© Youtube/Screenshot/Dove

Neue Kampagne: Dove zeigt Transgender-Mutter
04/14/2017

Neue Kampagne: Dove zeigt Transgender-Mutter

Dove macht mit einer neuen Werbekampagne deutlich, wie divers Mutterschaft sein kann.

Nach Body-Positivity, Schönheit im Alter und Trump-Kritik widmet sich der Pflegeprodukthersteller Dove des niederlĂ€ndisch-britischen Konzerns Unilever jetzt dem Thema Mutterschaft. Im Zuge der neuen Kampagne #RealMoms, zu Deutsch "echte MĂŒtter", werden Frauen mit ganz verschiedenen ZugĂ€ngen zu ihrer Mutterrolle und ihre diversen LebensrealitĂ€ten gezeigt. Das "perfekte" Mutterbild wird infrage gestellt.

Es gibt keine "Mainstream-Mutter"

Im Spot wird neben sieben sehr verschiedenen MĂŒttern auch Shea vorgestellt, eine Transgender-Mutter, die frĂŒher als Mann gelebt hat und nun zusammen mit ihrer Partnerin ihren Sohn großzieht. "Wir sind beide seine biologischen Eltern", erklĂ€rt Shea im Spot. "Es gibt Leute, die sagen dann 'Was meinst du, du bist die Mutter?' Dann sagen wir 'Yep, wir werden beide seine MĂŒtter sein'".

Einer Dove-Studie mit mehr als 6.000 MĂŒttern zufolge glauben 72 Prozent, sie tĂ€ten nicht genug fĂŒr ihren Nachwuchs. Auch die Darstellung der Mutterschaft in den Medien wird kritisch beĂ€ugt: 92 Prozent halten diese fĂŒr nicht angemessen.

Mit der Kampagne wolle Dove "Stereotype ĂŒber das Muttersein zerschlagen und beweisen, dass es keine Regeln gibt, wie ein Elternteil heutzutage zu sein hat", wie in einer Presseaussendung zur Kampagne betont wird. Eine Botschaft, die Shea nur unterstĂŒtzen kann: "Es gibt nicht den einen richtigen Weg, das alles zu machen", sagt sie im Spot.

Werbung fĂŒr Baby Dove

Neben der Betonung der mĂŒtterlichen DiversitĂ€t dient die Kampagne freilich auch einem kommerziellen Zweck. Unilever launcht dieser Tage in den USA und auf verschiedenen europĂ€ischen MĂ€rkten seine Line-Extension Baby Dove.

Im Vorfeld der Veröffentlichung der Kampagnensujets hatte man unter anderem in Großbritannien auf Billboards und im Netz nach der perfekten Mutter gefragt und dabei eine makellose blonde Frau mit Baby auf dem Arm prĂ€sentiert. Die Konsumenten reagierten prompt und ĂŒbten Kritik an der Darstellungsweise. Mit der #RealMoms-Kampagne hat Dove nun enthĂŒllt, dass das Model auf dem Bild computergeneriert ist und die Aktion als VorlĂ€ufer der neuen Kampagne diente.

Auch VĂ€ter sollen bald eine Plattform bekommen: Ein zweiter Film soll folgen, in dem "echte VĂ€ter" in ihrer Rolle portraitiert werden.

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