Wellness
20.08.2018

Hornissenattacke: So können Sie sich schützen

Bei einer Wanderung wurde eine Pensionistengruppe von Hornissen angegriffen. Was Sie über das Gift der Insekten wissen müssen.

Acht Personen einer Wandergruppe wurden am Sonntagabend von Hornissen attackiert. Die Pensionisten waren auf einem Wanderpfad in Schnakenbek an der Elbe in Schleswig-Holstein, Deutschland, unterwegs, als die Insekten auf sie zuflogen. Die Pensionisten wurden von den Hornissen mehrfach gestochen. Einer von ihnen kam ins Krankenhaus, nachdem ein herbeigerufener Notarzt ihn untersucht hatte.

Die Hornissen verteidigten offenbar ihr Nest. Der Zugang zu diesem soll nach Polizeiangaben schon seit Tagen abgesperrt gewesen sein. Hornissen sind meist zwar friedlicher als ihre kleineren Verwandten, die Wespen. Da sie keine natürlichen Feinde haben und nicht am Menschen oder seinen Nahrungsmitteln interessiert sind, haben sie kaum Grund anzugreifen. Fühlen sie sich aber gefährdet, stechen sie zu.

Bienengift stärker

Anders als ihr Ruf vermuten lässt, sind Hornissen für den Menschen aber nicht gefährlicher als Bienen. Ihr Gift ist weniger giftig als jenes von Bienen. Die mittlere tödliche Dosis wird mit 10 bis 90 mg pro kg Körpergewicht angegeben. Das ist jene Dosis, an der die Hälfte der Versuchstiere in Experimenten stirbt. Bei Bienen reichen hingegen schon 2,8 bis 6 mg pro kg Körpergewicht. Die Hornisse trägt aufgrund Ihrer Größe zwar mehr Gift in sich als eine Biene – dieses ist allerdings weniger wirksam.

Die Stiche von Wespen, Hornissen, Bienen und Hummeln sind in etwa gleich schmerzhaft. Die Zusammensetzung der Gifte ist aber unterschiedlich. Ist man gegen eines der Insektengifte allergisch, fällt die Reaktion je Insekt unterschiedlich aus.

Nur Profis sollten Nester entfernen

Hornissen nisten meist auf Dachböden, an Fassaden oder in Bäumen. Unmittelbar in der Nähe einer Terrasse, im Garten oder bei einem Spielplatz müssen Nester entfernt werden. Wichtig ist, Ruhe zu bewahren und einen Abstand von mindestens fünf Metern einzuhalten. Nähert man sich dem Nest, wird dieses erschüttert oder der Eingang für die Hornissen versperrt, fühlen sie sich angegriffen und verteidigen ihre Brutstätte mit Stichen.

Da Hornissen in großen Teilen Österreichs geschützt sind, dürfen sie nicht einfach so vernichtet werden. Die Nester müssen professionell umgesiedelt werden, etwa von der Feuerwehr. Dazu wird das Nest mithilfe eines Umsiedlungskastens mindestens fünf Kilometer weit weggebracht, etwa in einen Wald. Für das nächste Jahr sollten Vorkehrungen getroffen werden, dass Hornissen nicht wieder in der Nähe von Menschen nisten, etwa durch das Abdichten von Löchern oder Rissen in der Hausmauer.

Dass das Gift von ein paar Hornissen ausreicht, um ein Pferd zu töten und drei Stiche einen Erwachsenen töten können, ist nicht wahr. Bei gesunden Menschen sollten ein paar Hornissenstiche kein Problem sein. Um an einer Überdosis Hornissengift zu sterben, wären mindestens 50 bis 100 Stiche notwendig.

Gefährlich für Allergiker

Bei Allergie oder geschwächten Personen können die Reaktionen auf Hornissenstiche aber stärker ausfallen. Bei Allergikern kann es zu einer Lokalreaktion oder einem allergischen Schock kommen. Lokalreaktionen sind etwa brennende Ausschläge oder Schwellungen. Sie sind größer als zehn Zentimeter und halten länger als 24 Stunden an. Kommt es zu Schwindelgefühl, kaltem Schweiß bis hin zum Bewusstseinsverlust bezeichnet man dies als allergischen Schock. Wer von seiner Allergie weiß, sollte immer ein Notfallset bei sich haben und die Schockreaktionen lindern. Wird ein Allergiker gestochen, sollte der Notarzt gerufen werden.

Nichtallergiker sollten die Stichstelle möglichst kühlen, etwa mit Eiswürfeln oder Franzbranntwein. Zwiebelscheiben wirken ebenfalls kühlend und entzündungshemmend. Gefährlich kann es werden, wenn die Stichstelle im Hals- oder Rachenraum liegt und dadurch Atemorgane gefährdet. Auch hier muss der Notarzt gerufen werden.