Wellness
22.03.2017

Warum ältere Mütter besser erziehen können

Eine neue Studie zeigt, dass Kinder spätberufener Mütter weniger Probleme haben

Mediziner warnen Frauen vor späten Schwangerschaften, weil die Wahrscheinlichkeit für Unfruchtbarkeit und das Krankheitsrisiko steigen. Psychologen hingegen begrüßen die spätere Mutterschaft: "Wenn man sich das spätere Alter ansieht, muss man die phyischen und die psychosozialen Vor- und Nachteile bedanken", betont der Verhaltenswissenschafter Dion Sommer von der dänischen Universität Aarhus. Frühere Studien zeigten bereits, dass ältere Mütter sich in der Schwangerschaft und nach der Geburt besser fühlten.

Neue Erkenntnisse veröffentlichte er jetzt im European Journal of Develpmental Psychology: Die positive Wirkung des Alters wirkte sich bei Müttern und Kindern auch noch im Alter von sieben und elf Jahren aus. Sie haben weniger soziale, emotionale und Verhaltens-Probleme als Kinder jüngerer Mütter.

Das Wissenschafter-Team untersuchte dabei besonders, ob ältere Mütter in der Erziehung strenger oder weniger streng agierten. Es zeigte sich, dass sie die Kinder weniger oft verbal oder körperlich bestrafen. Das Team hat auch eine Erklärung dazu: Die älteren Mütter haben stabilere Beziehungen, sind höher gebildet und haben einen besseren Zugang zu pädagogischen Materialien. Sie setzen das Alter auch mit psychologischer Reife gleich.

Jüngere schneller überfordert

Frühere Studien zeigten, dass ältere Mütter weniger angespannt sind und postiver dazu eingestellt sind, Eltern zu werden. Außerdem haben sie allgemein eine positivere Einstellung zu ihren Kindern. "Wir wissen, dass Menschen mit der Zeit geistig flexibler und toleranter werden. So kann die psychologische Reife erklären, warum ältere Mütter bei ihren Kindern weniger auf körperliche Strafen zurückgreifen", so der preisgekrönte Forscher.

In Dänemark sind Mütter im Durchschnitt 30,9 Jahre beim ersten Kind. Die Anzahl der Mütter über 40 Jahren hat sich seit 1985 vervierfacht.

Doch die Wirkung der reiferen Erziehung hält nicht für immer, zeigt die Studie: Im Alter von 15 Jahren zeigen sich keine Unterschiede mehr zwischen den Kindern älterer oder jüngerer Mütter.

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