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USA

Studie bestätigt: Mehr junge Frauen besitzen Wohneigentum als Männer

In den USA kaufen junge Single-Frauen bereits deutlich häufiger Häuser als ihre männlichen Altersgenossen.
Eine junge Frau steht vor einem typisch amerikanischen Haus.

Zusammenfassung

  • In den USA kaufen junge Single-Frauen der Gen Z deutlich häufiger Immobilien als gleichaltrige Männer.
  • Frauen sehen Wohneigentum zunehmend als Ausdruck von Unabhängigkeit und finanzieller Selbstbestimmung und profitieren von steigendem Bildungsgrad.

Während viele junge Menschen wegen hoher Mieten, teurer Kredite und stagnierender Einkommen den Traum vom Eigenheim bereits abgeschrieben haben, zeigt sich in den USA ein überraschender Trend: Vor allem junge Frauen der Gen Z kaufen Immobilien und zwar deutlich häufiger als Männer derselben Generation.

Laut aktuellen Daten der National Association of Realtors (NAR) entfielen zwischen Juli 2024 und Juni 2025 bereits 35 Prozent aller Gen-Z-Immobilienkäufe auf alleinstehende Frauen. Single-Männer derselben Altersgruppe kamen dagegen nur auf 18 Prozent. Der Trend gilt mittlerweile als gesellschaftlicher Wandel und könnte auch Europa und Österreich bevorstehen.

Eigentum statt Unsicherheit

Die Motive vieler Käuferinnen ähneln sich: Unabhängigkeit, Stabilität und Kontrolle über die eigene Zukunft. "Es geht nicht nur um Vermögensaufbau, sondern auch um Sicherheit", erklärt die stellvertretende Chefökonomin der NAR, Jessica Lautz. Frauen würden Wohneigentum zunehmend als Ausdruck finanzieller Selbstbestimmung sehen. Historisch betrachtet ist das bemerkenswert: Erst seit den 1970er-Jahren konnten Frauen in den USA überhaupt eigenständig Hypotheken aufnehmen.

Besonders bei der Gen Z scheint sich diese Haltung zu verstärken. Viele junge Frauen warten nicht mehr auf Ehe oder gemeinsame Familienplanung, sondern investieren früh in Eigentum und das oft alleine.

Warum Frauen?

Studien deuten darauf hin, dass Frauen beim Thema Immobilien oft langfristiger planen und risikoaverser agieren. Gleichzeitig steigt der Bildungsgrad junger Frauen seit Jahren deutlich schneller als jener der Männer. Laut NAR könnte genau das ein entscheidender Faktor sein: Frauen überholen Männer mittlerweile bei Hochschulabschlüssen und damit zunehmend auch bei Karriere- und Einkommenschancen.

Eigentum wird trotzdem zum Luxusgut

Der Boom weiblicher Käuferinnen passiert allerdings in einem historisch schwierigen Marktumfeld. Der Medianpreis für US-Immobilien lag zuletzt bei 417.700 Dollar, trotz leichter Abkühlung am Markt. Gleichzeitig befinden sich viele Gen-Z-Käufer erst am Beginn ihrer Karriere und verfügen über vergleichsweise niedrige Einkommen. Laut NAR lag das Medianjahreseinkommen junger Käufer zuletzt bei 76.000 Dollar – der niedrigste Wert aller Generationen am Immobilienmarkt. Umso bemerkenswerter ist, dass junge Frauen trotzdem häufiger kaufen als Männer. Viele greifen dabei auf Familienhilfe, Förderungen oder sogar Pensionsvorsorgen zurück. 

Wie ist die Lage in Österreich?

Der US-Trend trifft auf ein Problem, das auch Österreich kennt: Junge Menschen kommen immer schwerer zu Eigentum.

Eine Studie des International Journal of Housing Policy zeigt, dass die Eigentumsquote junger Erwachsener in Österreich seit Jahren sinkt. Besonders betroffen sind Menschen unter 35 Jahren. Gründe dafür sind stark gestiegene Immobilienpreise, hohe Eigenkapitalanforderungen und strengere Kreditvergaben.

Schwierige Ausgangssituation

Gerade in Städten wie Wien ist Eigentum für viele junge Erwachsene mittlerweile kaum noch finanzierbar. Während frühere Generationen oft bereits in ihren Zwanzigern Eigentum erwerben konnten, verschiebt sich der Kauf heute zunehmend in spätere Lebensphasen, oder er passiert gar nicht.

Interessant dabei: Auch in Österreich zeigen Daten und Marktbeobachtungen, dass Frauen finanziell oft vorsichtiger wirtschaften und früher mit langfristigem Vermögensaufbau beginnen. Konkrete österreichische Zahlen zur Eigentumsquote junger Single-Frauen fehlen zwar bislang, Expert:innen beobachten aber ähnliche Entwicklungen wie in den USA.

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