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Studie zeigt: Deshalb hat die Gen Z weniger Geschlechtsverkehr

Steigende Wohnkosten zwingen viele junge Menschen, deutlich länger bei den Eltern zu bleiben – mit spürbaren Folgen fürs Liebesleben.
Immer mehr junge Menschen müssen länger bei ihren Eltern wohnen.

Die steigenden Lebenshaltungskosten betreffen längst nicht mehr Miete, Freizeitbudget und Tankrechnung – sie wirken sich zunehmend auch auf das Intimleben junger Menschen aus. Vor allem die Generation Z spürt die Folgen, welche sich in weniger Sex äußern.

Wohnen bei Eltern killt Zweisamkeit

Der Auslöser klingt zwar simpel, hat aber weitreichende Konsequenzen, wenn man sich demografische Perspektiven vor Augen hält. Wer sich die eigene Wohnung nicht leisten kann und länger im Elternhaus bleibt, hat schlicht weniger Raum für Zweisamkeit. Eine aktuelle Studie des Sexual-Wellness-Unternehmens LELO zeigt deutlich, wie groß das Problem ist: 

  • Sechs von zehn Befragten geben an, dass ihre Wohnsituation ihr Sexleben negativ beeinflusst.
  • Rund die Hälfte sagt zudem, aus finanziellen Gründen gar keine andere Wahl zu haben, als weiterhin bei den Eltern zu wohnen.

Dating wird zur Herausforderung

Die Konsequenzen gehen über das Schlafzimmer hinaus. Laut Studie empfinden 74 Prozent der Befragten das Leben im Elternhaus als Hindernis bei der Partnersuche. Männer sind dabei etwas stärker betroffen (78 Prozent) als Frauen (71 Prozent). Spontane Dates, lockere Bekanntschaften oder unverbindliche Begegnungen werden für viele junge Erwachsene zur logistischen Herausforderung. Wer keinen Rückzugsort hat, überlegt zweimal, ob er oder sie sich überhaupt auf neue Bekanntschaften einlässt.

"Erotische Ungleichheit" nimmt zu

Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang bereits von einer neuen Form sozialer Ungleichheit und nennen diese "erotische Ungleichheit". Finanzielle Möglichkeiten und Wohnverhältnisse bestimmen zunehmend darüber, wer Zugang zu Privatsphäre, Intimität und erfüllten sexuellen Beziehungen hat. Mit anderen Worten: Wer sich eine eigene Wohnung leisten kann, hat auch im Liebesleben deutlich bessere Karten.

Was hilft? Fünf Tipps aus der Praxis

Die britische Psychosexologin Kate Moyle, die für LELO als Expertin tätig ist, sieht dennoch Wege, wie Intimität trotz beengter Wohnsituation gelingen kann. Ihre Ratschläge sind im Alltag gut umsetzbar:

1. Klare Grenzen schaffen
Auch kleine Maßnahmen können helfen: vereinbarte "Anklopf-Regeln", ein Schloss an der Tür oder fixe Rückzugszeiten sorgen für mehr Privatsphäre.

2. Den richtigen Zeitpunkt wählen
Wer weiß, wann es im Haushalt ruhiger ist, etwa wenn Eltern außer Haus sind, kann diese Zeit gezielt nutzen und Stress vermeiden.

3. Intimität bewusst planen
Spontanität ist schwieriger, daher wird Planung wichtiger. Fix eingeplante Zeitfenster für Nähe können helfen, die Beziehung zu stärken.

4. Selbstfürsorge nicht vergessen
Auch Solo-Sexualität spielt eine wichtige Rolle für das eigene Wohlbefinden und kann helfen, eine gesunde Beziehung zum eigenen Körper zu bewahren.

5. Kleine Tricks, große Wirkung
Musik, gedämpftes Licht oder diskrete Hilfsmittel können die Situation entspannen und Hemmungen abbauen.

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