"KI ist Bullshit": Gen Z verliert Vertrauen in Künstliche Intelligenz
KI sorgt bei der jungen Bevölkerung zunehmend für Skepsis.
Die Generation Z gilt eigentlich als besonders technikaffin: kaum eine Altersgruppe nutzt KI-Tools so intensiv im Alltag wie sie. Doch genau diese Generation entwickelt zunehmend Zweifel an der Technologie. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Meinungsforschungsunternehmens Gallup in Kooperation mit der Harvard University, über die unter anderem The Verge berichtet hat.
Stimmung kippt: Optimismus bricht deutlich ein
Laut der Erhebung stehen nur noch 18 Prozent der Gen Z KI-Tools positiv oder hoffnungsvoll gegenüber. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 27 Prozent. Parallel dazu wächst die Skepsis: Fast 50 Prozent der Befragten sind inzwischen der Meinung, dass die Risiken von KI ihre Vorteile überwiegen. Das entspricht einem Plus von 11 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr.
Viel Nutzung, wenig Vertrauen: Das KI-Paradox
Besonders auffällig ist ein Widerspruch, den die Studienautorinnen und -autoren als "Paradox" beschreiben: Obwohl junge Erwachsene KI-Tools regelmäßig verwenden, wächst ihre Ablehnung. Eine begleitende Befragung zeigt: 74 Prozent der jungen Erwachsenen in den USA nutzen mindestens einmal im Monat einen KI-Chatbot. Trotzdem nimmt das Vertrauen in die Technologie ab.
"Bullshit, um Jobs auszulagern“
Die Kritik aus der Generation selbst fällt teilweise deutlich aus. Gegenüber The Verge äußern junge Nutzerinnen und Nutzer Zweifel an den tatsächlichen Motiven hinter KI-Einführung. Eine 27-jährige Beschäftigte aus dem technischen Vertrieb beschreibt die Entwicklung etwa so: KI sei "ein Haufen Bullshit, um Jobs auszulagern".
Effizienzgewinn – aber schlechteres Lernen
Die Zahlen zeigen ein ambivalentes Bild:
- 79 Prozent der jungen Erwachsenen befürchten, dass KI Menschen "fauler" macht
- 56 Prozent sagen, KI helfe ihnen zwar, Aufgaben schneller zu erledigen
- 80 Prozent geben aber an, dass langfristiges Lernen darunter leide
Damit wird KI zwar als Produktivitätswerkzeug genutzt, aber gleichzeitig als Risiko für nachhaltige Kompetenzentwicklung gesehen.
Kritik an Bildung und Wirtschaft
Die Forscherin Alex Hanna vom Distributed AI Research Institute sieht ein strukturelles Problem: Universitäten würden zunehmend dazu gedrängt, KI-Kompetenz zu vermitteln. Und dabei entsteht auch eine Diskrepanz. Denn oftmals seien die Tools nicht unbedingt pädagogisch sinnvoll, sondern sie werden am Arbeitsmarkt und von Tech-Anbieter als Voraussetzung angesehen. Auch an Hochschulen selbst wächst der Widerstand. So wird etwa an der University of Pennsylvania vor einer "unkritischen Integration von KI" gewarnt, die langfristig Bildungsprozesse schwächen könnte.
Soziale Normen: KI gilt als "uncool"
Neben wirtschaftlichen und akademischen Faktoren spielt auch der soziale Kontext eine Rolle. Laut Studien, auf die The Verge verweist, gilt KI-Nutzung unter Studierenden zunehmend als problematisch oder sogar negativ konnotiert – vor allem dann, wenn sie kreative Leistungen ersetzt.
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