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"Extrem dünner Körpertyp": Instagram warnt vor Foto von Influencerin

SkinnyTok verbreitet sich immer mehr auf den sozialen Medien. Instagram veröffentlichte nun eine "Warnung" zu einem Foto von Influencerin Alix Earle.
Junges Mädchen betrachtet sich nachdenklich im Spiegel.

Unter dem Hashtag befinden sich Beiträge, in denen extrem dünne Körperbilder (meist von jungen Mädchen) verherrlicht werden und ein Körpergewicht von unter 50 Kilogramm als Idealgewicht bezeichnet wird. Unter dem Titel „What I eat in a day“ wird darüber hinaus ungesundes Essverhalten glorifiziert und junge Menschen zum Abnehmen motiviert. Aus psychologischer Sicht ein massiv gesundheitsgefährdendes Phänomen.

Instagram warnt vor Foto von Influencerin

Wie verheerend der Trend ist, zeigt auch der jüngste Fall von Alix Earle. Die Influencerin wurde durch "Get ready with me"-Videos ("Mach dich mit mir fertig/zurecht) bekannt. Auf Instagram folgen ihr mehr als 5,6 Millionen Menschen. Unter einem Foto vom 3. Juni entdeckten User und Userinnen nun eine "Community Notiz", die von der Plattform selbst veröffentlicht wurde. 

Earle ist auf dem Foto unter anderem im Bikini zu sehen. Die Plattform schreibt dazu: "Dieses Bild zeigt einen extrem dünnen Körpertyp, der für die meisten Menschen möglicherweise nicht realistisch, erreichbar oder gesund ist. Studien haben ergeben, dass die Darstellung stark idealisierter Körperbilder in sozialen Medien zu Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper, ungesunden Vergleichen und unrealistischen Erwartungen an das Aussehen führen kann, insbesondere bei jungen Menschen, vor allem bei jungen Mädchen."

Eine Nutzerin kommentierte unter dem Beitrag: "Die Tatsache, dass unter diesem Beitrag eine Community Notiz (Warnung) steht, die betont, dass dies ungesund ist und unerreichbare Ziele für junge Frauen schafft, sagt ALLES." In einem weiteren Kommentar heißt es: "Ich habe die Hoffnung auf Normalität im Darstellen des weiblichen Körpers verloren."

SkinnyTok-Influencer verstärken Einfluss

Aktuelle Studien zeigen: „Thinspiration“-Videos fördern gerade bei jungen Mädchen körperliche Vergleiche, erhöhen Symptome von Traurigkeit und Sorgen und steigern das Verlangen, das eigene Aussehen zu kontrollieren. Fremdbestimmung nimmt zu. 

Die Folge von SkinnyTok: Junge Menschen beginnen krankhaft Kalorien zu zählen, exzessiv Sport zu betreiben und sogar ihre sozialen Kontakte zu vernachlässigen. Oft entwickeln sie dadurch Essstörungen, unter anderem Anorexia Nervosa.

Parasoziale Beziehungen verstärken den Einfluss dieser Trends. Es handelt sich dabei um einseitige, psychologisch erlebte Beziehungen zwischen Rezipienten und Rezipientinnen und medialen Personen, zum Beispiel Influencer und Influencerinnen auf TikTok, Instagram oder YouTube. Obwohl keine reale Gegenseitigkeit besteht, empfinden Zuschauer und Zuschauerinnen häufig Nähe, Vertrautheit oder sogar Freundschaft. Dieses Phänomen ist in der Medienpsychologie bereits seit den 1950er-Jahren bekannt, hat jedoch durch die sozialen Medien eine neue Intensität erreicht.

Besonders schlimme Auswirkungen bei Jugendlichen

  • EU-weit geben 12 Prozent der 12- bis 16-Jährigen an, dass sie im Internet bereits auf Beiträge über Anorexie gestoßen sind. 
  • Besonders bei Jugendlichen können solche Inhalte allerdings drastische Auswirkungen haben, unter anderem auf ihr Selbstbild und ihre Gefühlslage. 
  • Jugendliche befinden sich in einer Phase, in der sie sich noch stark entwickeln und verändern. 

Neben vielen körperlichen Veränderungen spielt auch die Selbstfindungsphase im sozialen Umfeld und die Abnabelung von den Eltern eine große Rolle. Sie suchen Nähe zu Gleichaltrigen und lassen sich von diesen inspirieren. Der Zugehörigkeitswunsch ist groß und somit auch das Risiko für schädliches Verhalten, um anderen zu gefallen. Die Jugend ist oft von emotionalen Herausforderungen begleitet und wird von Psychologen und Psychologinnen als wichtige und sensible Phase eingestuft.

Hashtag #SkinnyTok auf TikTok verboten

TikTok hat den Hashtag #SkinnyTok zwar inzwischen gesperrt, problematische Inhalte sind aber weiterhin leicht über andere Hashtags auffindbar.

„SkinnyTok ist kein harmloser Trend, sondern stellt ein großes Risiko für die mentale und körperliche Gesundheit von Jugendlichen dar. Besonders junge Menschen sind gefährdet, da sich ihr Selbstbild noch entwickelt. Wir setzen uns dafür ein, dass umgehend Präventionsmaßnahmen geschaffen werden, um der hohen Prävalenz von Essstörungen entgegenzuwirken“, unterstreicht a.o. Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger, Präsidentin des Berufsverbands Österreichischer Psychologinnen und Psychologen.

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