US-Rapperin feiert Ikkimels umstrittenen ZDF-Auftritt
Ikkimel durfte im „ZDF-Morgenmagazin“ ihren Hit „Fußballmänner“ performen. Das kam bei dem Publikum alles andere als gut an.
Am 6. Juli sorgte ein ungewöhnlicher Auftritt im ZDF-„Morgenmagazin“ („Moma“) für Aufsehen: Die Berliner Rapperin Ikkimel performte ihren Song „Fußballmänner“ vor einem Live-Publikum. Doch dieses zeigte sich von der Show alles andere als begeistert. Auch im Netz gehen die Meinungen über den Auftritt auseinander.
Inzwischen hat es der kontroverse Auftritt über den Atlantik geschafft und sorgt sogar in den USA für Begeisterung. Auslöser ist ein Post der US-Rapperin Doechii. Die Musikerin teilte einen ZDF-Beitrag, der einen Zusammenschnitt des Auftritts zeigt, auf ihrem TikTok-Kanal. Doechii hat auf TikTok sechs Millionen Follower.
US-Rapperin Doechii teilte ZDF-Beitrag mit Ikkimel
Vielen Nutzerinnen und Nutzern in den USA gefällt der Song „Fußballmänner“, auch wenn sie offensichtlich nichts verstehen. „Girl come over here we love u“ („Mädel, komm' hierher, wir lieben dich“), kommentiert ein Nutzer. Einige machen sich auch über die teils irritierten Zuschauer lustig mit Kommentaren wie „why is nobody dancing?“ („Warum tanzt niemand?“) oder „the crowd doesnt't get her, but i do“ („Die Zuschauer verstehen sie nicht, aber ich schon“).
Doechii ist unter anderem bekannt durch den viralen Ohrwurm „Anxiety“ und wurde 2025 bei den Black Entertainment Television (BET) als beste Hip-Hop-Künstlerin ausgezeichnet. Im selben Jahr erhielt sie einen Grammy für das beste Rap-Album und das beste Musikvideo.
Ikkimel bei „ZDF Morgenmagazin“ mit Fußball-Lied
Ikkimel hatte vor einer Woche – früh am Morgen gegen 8.30 Uhr – in der sogenannten WM-Arena des „Morgenmagazins“ ihr Lied „Fußballmänner“ vorgestellt. Vor ihrem Auftritt wird Melina Gaby Strauß, wie die Rapperin mit bürgerlichem Namen heißt, als eine der „umstrittensten Stimmen der deutschen Rap-Szene“ angekündigt. Die Moderatoren Andreas Wunn und Philip Wortmann erklären weiter, dass sie nicht nur für „explizit provokative Texte“ steht, sondern auch als „große Feministin“ gefeiert wird, während ihr andere Personen „vulgären Männerhass“ unterstellen.
Im Croptop und Minirock strahlte die 29-Jährige mit einem Grinsen in die Kamera, während sie folgende Zeilen aus ihrem Lied „Fußballmänner“ rappte:
Fußballmänner, alles Penner
Bierbauch, Bratwurst, leckerschmecker
Lattenkracher, Mertesacker
Tiki-Taka in nem Tanga
In einer anderen Strophe rappt Strauß, die mehr als 2,2 Millionen Spotify-Hörer und Hörerinnen pro Monat hat:
Ick bin Profi und mach' die Männer schwindelig
Heute intressiert mich nur, ob der Alte Single ist
Die Farbe seines Trikots passt perfekt zu mei'm Lippenstift
Mir geht einer ab (Mhh), wenn er in den Winkel trifft
Publikum von Auftritt irritiert
Am Ende der Performance bedankt sich Ikkimel bei dem Publikum und sagt: „Guten Morgen, Moma“, während sie sich selbst das Lachen kaum verkneifen kann. Moderator Wunn sagt abschließend: „Liebe Fußballmänner, nicht beleidigt sein. Das ist Provokation und Kunst und trifft gerade so richtig einen Nerv bei der GenZ.“
Die „Moma“-Zuschauer und -Zuschauerinnen waren von der Show sichtlich irritiert. Manche blickten verdutzt in die Kamera, andere, wie der Mann, der zu Ikkimels Linken saß, verweigerte sogar, am Ende zu klatschen.
Kritik und Lob nach ZDF-Show
Der Fernsehsender teilte Ausschnitte des Auftritts auf Instagram und schrieb dazu: „Wenn ich für meine Eltern DIE Perfomance hinlege.“ Die Kommentare spalten sich jedoch: Während es zahlreiche Kritik hagelt („Ist nur mir das peinlich? 🤦♀️😂“ oder „Das ist das Schlechteste, was ich seit langem gesehen und gehört habe“) feiern auch andere User und Userinnen Ikkimel als musikalischen Gast.
Sexismus-Debatte und Vorbildwirkung
„Welche:r Manager:in hatte so guten Humor, dass beschlossen wurde “Ja, das passt zsm„? Aber: LIEBEN ALLES DARAN 😂😍“ oder „Okay GEZ, wir sind wieder quitt 🌹“ heißt es in der Kommentarspalte. Doch zahlreiche Nutzer und Nutzerinnen weisen darauf hin, dass der Auftritt der 29-Jährigen eine Frechheit sei, immerhin waren Kinder im Publikum und die Rapperin sei kein „Vorbild“, das gefeiert werden sollte. Dazu schrieb eine Userin:
„Ich finde es total amüsant wie die Leute (hauptsächlich Männer), die bei “Layla„ mitgegröhlt haben und alte frauenfeindliche Lieder und Bräuche verteidigen über Ikkimel schimpfen. Genau mein Humor.“
- 2022 gab es eine große Sexismus-Debatte um das Lied „Layla“ von Duo DJ Robin & Schürze.
- In dem Song dreht sich alles um eine „Puffmama“, die „schöner, jünger, geiler“ sei.
- In Würzburg und später auch in anderen Städten wurde das Lied von Festen verbannt.
- Das Duo performte „Layla“ sogar im „ZDF-Fernsehgarten“.
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